Sanitäter als Schutzengel

Der Schreck saß Gläubigen und Stadtpfarrer Konrad Amschl in den Gliedern, als er den Festgottesdienst fortsetzte. Während des Sebastiansamts in der Schönreuther Kirche musste ein Musiker reanimiert werden. Bild: jzk

Dem heiligen Sebastian ist die Filialkirche in Schönreuth geweiht. Beim Patroziniumsamt war der Namens- auch Schutzpatron. Der Festtag wäre fast von einer Tragödie überschattet worden.

Während des von Stadtpfarrer Konrad Amschl zelebrierten Festgottesdiensts verlor der Posaunist der Kapelle "Strammer Max" das Bewusstsein. Sein Schutzengel war der Kemnather BRK-Bereitschaftsleiter Markus Heining, der als Fahnenträger an der Feier teilnahm und den 81-Jährigen reanimierte.

Der Musiker wurde notärztlich versorgt und ins Klinikum Weiden eingeliefert. Derzeit befindet er sich im Kemnather Krankenhaus. Der Vorfall hat "seine" Musikanten so tief getroffen, dass sie bei der anschließenden weltlichen Feier im Gasthaus Bauer nicht mehr spielen konnten.

Von dort waren die Gläubigen am Vormittag unter der Leitung von Karl Weismeier mit der Kapelle zur Filialkirche gezogen. An der Spitze marschierten die Bürgermeister Werner Nickl und Hermann Schraml sowie einige Stadträte, gefolgt von Fahnenabordnungen der Feuerwehr sowie der Krieger- und Soldatenkameradschaft Schönreuth.

"Bei vielen Heiligen geht es uns so, dass ihr Bild nur undeutlich vor unseren Augen steht" begann der Geistliche seine Ansprache in dem von Mesnerin Barbara Dötterl geschmückten Gotteshaus. Ganz anders sei dies bei Sebastian. Der sei zu allen Zeiten ein Heiliger zum Anfassen gewesen. Manches aus dessen bewegtem Leben habe Bischof Ambrosius von Mailand aufgeschrieben. Was gefehlt habe, sei später durch Legenden ersetzt worden. "Legenden sind aber keine Fantasiegebilde", betonte Amschl. Sie dehnten auf verschiedene Situationen aus, was man von dem Heiligen schon aus anderen Bereichen gewusst habe.

Standhaft und mutig

Dann ging der Pfarrer auf das Leben des Heiligen als Palasthauptmann in Rom ein. Kaiser Diokletian habe den Befehlshaber seiner Leibwache erschlagen lassen, als Sebastian ihm mit einem Bekenntnis zu Christus entgegentrat. Bald sei er zum Patron zahlreicher Handwerksberufe geworden und habe in schweren Zeiten als Helfer bei Krankheiten, vor allem der Pest, gegolten. Seine Standhaftigkeit und sein Mut seien auch heute bedeutsam für christliches Leben, meinte der Geistliche. Zu Ehren des heiligen Sebastian sang der Kirchenchor unter der Leitung von Josef Zaglmann eine deutsche Messe und zwei Sebastianslieder. Die Lesung trug Barbara Dötterl vor.
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