Saujagd mit Gefahrenpotenzial

Laut Jagdvorsteher Franz Pauli steht eine Entscheidung über eine Wildschadensversicherung derzeit noch aus. Bild: gl

23 Wildschweine haben die Jäger in der vergangenen Saison erlegt. Ein Risikofaktor wird dabei erst jetzt so richtig bewusst und wurde deshalb auch bei der Jahreshauptversammlung der Jagdgenossen thematisiert.

Bei der Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft gab es durchaus positive Berichte aus dem Vorstandsgremium und über die Zusammenarbeit der Jäger mit den Grundbesitzern sowie Informationen. Ein wichtiger Punkt war die Entscheidung, den Jagdpacht-Reinertrag in der Kasse zu belassen. Auch die Regularien und Termine für eine Wildschadensregelung galt es abzusprechen.

Bei Hegeschau dabei

Jagdvorsteher Franz Pauli, die Jagdpächter Jürgen Fröller und Andreas Reitinger, aber auch Bürgermeister Manfred Dirscherl sowie sein Vorgänger Johann Wirnshofer waren bei dem Treffen der Jagdgenossen mit von der Partie. In seinem Tätigkeitsbericht erwähnte Franz Pauli die Vorführung eines Gerätes zur Beseitigung von Grünlandschäden, den Besuch der Hegeschau in Schönsee, eine Vorstandssitzung, die Rechnungsprüfung und diverse Abwicklungen von Vorverfahren für Wildschäden.

Nach dem Finanzbericht, den der Jagdvorsteher für den verhinderten Kassier vortrug, wurden auch die Empfänger bekanntgegeben, die für Wildschäden einen Ausgleich erhalten. Nach kurzer Diskussion wurde danach einstimmig beschlossen, den Jagdpachtreinertrag 2014/2015 in der Kasse zu behalten und heuer nicht auszubezahlen.

Abschussplan erfüllt

Jagdpächter Jürgen Fröller stellte in seinem Bericht fest, dass der Abschussplan für Rehwild erfüllt wurde. Er berichtete über neun Wildunfälle auf der Straße. In zwei Fällen entdeckten die Jäger verendetes Wild, das wohl ebenfalls Opfer einer Kollision im Straßenverkehr wurde. Beim Schwarzwild, das man inzwischen als "Standwild" bezeichnet, konnten die Waidmänner 23 Sauen, überwiegend in den Fluren, erlegen. Der Jäger bedauerte, dass vermehrt Spaziergänger in der Nacht die Saujagd erschweren, dies berge ein gewisses Gefahrenpotenzial.

Auch vom unzulässigen Besteigen von Kanzeln riet der Jäger ab und bat andererseits die Grundbesitzer um die Bereitschaft, fahrbare Kanzeln aufstellen zu lassen. Schließlich dankte Fröller auch im Namen von Mitpächter Andreas Reitinger, für die Zusammenarbeit und kündigte im Herbst 2015 ein Wildessen an. In Bezug auf den Auszahl-Modus für Wildschäden informierte Jagdvorsteher Franz Pauli, das die Leistungen zum 31. März für das Vorjahr fällig werden. Die Auszahlung erfolgt per Verrechnungsscheck, der bis 1. Oktober eingelöst werden kann. Bei späterer Anforderung des Anspruchs muss ein neuer Scheck gegen Gebühr von zehn Euro ausgestellt werden.

Wie der Jagdvorsteher weiter informierte, plant der Landesjagdverband eine Wildschadensversicherung. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, und die Entwicklung werde noch abgewartet.

Weichen für drei Jahre

Wer am im Frühjahr geplanten Verbissgutachten teilnehmen will, sollte sich umgehend beim Jagdvorsteher melden. Nach diesem Gutachten wird der dreijährige Abschussplan 2016/2019 erstellt. Da das Vermessungsamt heuer die Software für die Jagd-Kataster umstellt, stehen neue Vertragsbedingung an. Ein Schreiben vom Bauernverband, bei dem es um die Verringerung von Schwarzwildschäden geht, wurde verlesen. Eine Aussprache war dazu aber nicht erwünscht. Die Versammlung schloss mit einer obligatorischen Brotzeit.
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