Schaulaufen der Güllefässer

Beim Gülletechniktag in Hohenwald präsentierte sich der Terra Variant von Holmer mit Ausbringtechnik von Zunhammer als eine der leistungsstärksten Maschinen zur effizienten und umweltschonenden Gülleausbringung. Das Ungetüm hat einen V8-Mercedes-Motor mit 612 PS. Das Fahrzeug verfügt über 18 Vorwärts- und sechs Rückwärtsgänge. Bild: Grüner

Auch wenn es manchmal zum Himmel stinkt, das Thema ist für die Landwirte ein äußerst interessantes. Beim Gülletag in Hohenwald informierten sich 175 Bauern über den Stand der Technik.

Beim neuen Stall auf dem Betrieb von Bernhard Bäuml, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Maschinenrings (MR), erfuhren sie, wie man den ganz besonderen Saft effektiv, schonend und weitestgehend geruchsneutral an die Pflanzen bringt.

Schonende Ausbringung

Gülle gelte in der Landwirtschaft als äußerst wertvoller Dünger, sagte MR-Vorsitzender Hans Enslein. Im Landkreis gibt es mehrere Vereinigungen und mehrere Lohnunternehmer, die mit modernster Technik ausgestattet sind und über den Maschinenring vermittelt werden.

Noch wertvoller machten die Gülle die stark gestiegenen Preise für Mineraldünger, erklärten die verschiedenen Referenten. Künftig käme es darauf an, immer mehr umweltschonende Ausbringungstechniken einzusetzen. Auch sei es wichtig, die Gülle bodennah ausbringen, um die Ammoniakabgasung zu reduzieren und die Futterpflanzen weniger zu verschmutzen. Sachgemäße Ausbringung minimiere die Nährstoffverluste und die Einträge in Gewässer durch Auswaschung oder oberflächigen Abtrag. Um das Optimum herauszuholen, seien aber auch moderne Geräte notwendig. Diverse Techniken mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen stehen dafür zur Verfügung.

Die Schleppschlauchtechnik biete eine hohe Verteilgenauigkeit und die geforderte bodennahe Ablage. Auch seien damit mittlerweile sehr große Arbeitsbreiten möglich. Nachteilig wirke sich hingegen das hohe Gewicht, der Anschaffungspreis und die nur eingeschränkte Verwendbarkeit im Grünland aus. Die vielleicht beste Technik dafür biete hingegen der "Schleppschuh". An jedem Schlauchauslauf sind schuhähnliche Werkzeuge angebracht, die den Bewuchs auf die Seite schieben, damit die Gülle direkt auf den Boden abgelegt wird. Der Bestand schließt sich anschließend wieder, wodurch der Luftaustausch und die Einstrahlung verringert werden. Dadurch sinken die Geruchs- und Ammoniakemissionen deutlich ab.

Bei der Injektions-Technik sei das mehr oder weniger tiefe Einbringen der Gülle in die obere Bodenschicht das A und O. Das Verfahren mit den wenigsten Geruchs- und Ammoniak-Emissionen sowie der geringsten Futterverschmutzung. Allerdings werde die Grünlandnarbe negativ beeinflusst. Insbesondere bei tonhaltigen Böden bestehe die Gefahr, dass sich bei anschließender Trockenheit die Schlitze öffnen und es zu Narbenschäden kommt.

Stand der Dinge

Mit sechs Maschinen, im gesamten Landkreis gibt es etwa 12, wie Andreas Henfling vom MR erklärte, waren deren Besitzer angereist. Mit ihnen und den unterschiedlichsten Anbaugeräten zeigten sie den Stand der Dinge in Sachen Gülletechnik. Am Vormittag ging es um den Einsatz auf einer Wiesenfläche. Nachmittags waren die Maschinen auf einem abgeernteten GPS-Feld bei der Arbeit zu sehen. Vertreter der jeweiligen Herstellerfirmen erklärten vor jeder Fahrt die Technik der imposanten Großmaschinen.
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