Schiedsrichter aus Leidenschaft

Einen engagierten Auftritt hatte der Schiedsrichter-Lehrwart des Deutschen Fußball-Bundes, Lutz Wagner, am Montag vor den Mitgliedern der Gruppe Schwandorf. Bild: rid

Nach fast 20 Jahren als Bundesliga-Schiedsrichter auf höchstem Niveau erreichte Lutz Wagner (51) die Altersgrenze und engagiert sich seitdem beim Deutschen Fußball-Bund in der Schiedsrichterausbildung. Am Montag war er bei der Gruppe Schwandorf zu Gast.

Wackersdorf. (rid) Lutz Wagner ist Schiedsrichter aus Leidenschaft und hat eine eigene Philosophie zur Spielleitung entwickelt. Seine "Orientierungshilfen" verriet er seinen Kollegen aus dem Landkreis Schwandorf in einer kurzweiligen Regelkunde.

Er gab den 100 Zuhörern im Schwimmbad-Cafe Wackersdorf wertvolle Tipps für die Praxis und spielte dazu passende Spielszenen ein. Seine Devise: "Der Schiedsrichter muss jene Spieler schützen, die sich an die Regeln halten und gegen die vorgehen, die dagegen verstoßen." Zu rigorosem Einschreiten rät Wagner vor allem bei Ellbogeneinsatz in der Luft.

"Absicht ist entscheidend"

Auch beim "Handspiel im Strafraum" ist für den Lehrwart die Regelauslegung eindeutig: "Entscheidend ist die Absicht." Vergrößere ein Spieler die Körperoberfläche bewusst, um den Ball zu stoppen, sei auf Elfmeter zu entscheiden. Nicht dagegen bei einer natürlichen Handbewegung. Thema "Notbremse": Hier rät Wagner, die Szenen vor dem finalen Foul wie einen inneren Film ablaufen zu lassen, um sich dann im entscheidenden Moment sicher sein zu können. Genauso sollte der Assistent an der Außenlinie bei Abseitsstellungen verfahren. "Jetzt abseits, jetzt nicht mehr, jetzt wieder." Wer sich nur auf die letzte Szene konzentriere, könne mit seiner Beurteilung leicht daneben liegen, so der Referent.

Mit der Vorteilsregel sollte der Schiedsrichter ganz sparsam umgehen und sie nur in vielversprechenden Szenen anwenden. Ansonsten Abpfiff und eine deutliche Ansprache an den "Sünder". Die Persönlichkeit eines Schiedsrichters, sein selbstbewusstes Auftreten und der gegenseitige Respekt sind für Lutz Wagner entscheidende Kriterien für den Erfolg eines Unparteiischen auf dem Spielfeld.

Obmann Florian Fleischmann freute sich über den Zuwachs der Schwandorfer Gruppe und die Verjüngungskur, die der letzte Lehrgang gebracht habe. Er bedankte sich bei Lutz Wagner für den engagierten Vortrag mit einem Geschenkkorb.
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