Schiefes Bild durch Tankbetrüger

Jede Menge Tankbetrügereien an der Autobahnraststätte sind in der Kriminalitätsstatistik 2014 aufgeführt. Das wird sich ändern. Inzwischen wurden Überwachungskameras installiert. Bilder: Völkl (2)

Auf den ersten Blick ein Stirnrunzeln: Die Straftaten in Wernberg-Köblitz nahmen von 2013 auf 2014 um 43 Fälle zu. Ursache für den statistischen Ausreißer sind die Tankbetrügereien an der Autobahnraststätte "Café 24". Ab heuer dürfte das anders werden.

Wernberg-Köblitz. (cv) Der neue Betreiber hat seit einigen Monaten eine Video-Überwachung installiert, erläutert Erster Polizeihauptkommissar Günther Vierl beim Sicherheitsgespräch, das er gemeinsam mit seinem Stellvertreter, Polizeihauptkommissar Reiner Wiedenbauer, im Wernberg-Köblitzer Rathaus mit Bürgermeister Georg Butz und Verwaltungsleiter Stefan Falter führte.

Die Zahl der Straftaten lag in der 6000 Einwohner zählenden Marktgemeinde im letzten Jahr bei 330, davon ereigneten sich 126 im Umfeld des "Café 24". "Das ist gut ein Drittel", so Vierl. Er nennt alleine 98 Betrugsdelikte, wo getankt und nicht bezahlt wurde. Seit die Zapfstellen überwacht werden, gehen die Tankbetrügereien "deutlich zurück".

Trends erkennen

Vierl schickt voraus, dass die Kriminalstatistik in erster Linie ein Indikator sei, um zu sehen "wo wir stehen, wo erhöhter Handlungsbedarf ist". Ein Blick in die Statistik 2014: Die Fälle von Gewaltkriminalität gingen von sechs auf zwei zurück. Allerdings war ein Verbrechen besonders tragisch: Der Raubmord an Dieter Loew kurz von Weihnachten 2014. Die Ermittlungen laufen. Sie werden von der KPI Amberg geführt. Die Fälle von Straßenkriminalität reduzierten sich erfreulicherweise von 39 auf 27. Die Zahl der Diebstähle stieg von 60 auf 67. Aufgeschlüsselt zeigt sich ein Rückgang der Straßendiebstähle von 22 auf 14 und eine Zunahme der einfachen Diebstähle von 39 auf 45. Beim Ladendiebstahl wurden 11 Personen erwischt, im Vorjahr waren es 10. An Autos machten sich 9, im Vorjahr 15 Diebe zu schaffen. Wie 2013 wurde ein Autodiebstahl bearbeitet. Lediglich 2 Fahrraddiebstähle sind aufgelistet. Im Jahr davor waren es 5.

Interessant: 2014 gab es keine schweren Diebstähle im Wohnbereich. Auch im Vorjahr war nur ein Fall gemeldet. "Der deutschlandweite Trend hat sich hier nicht fortgesetzt," so der PI-Leiter. Die Zahl der Sachbeschädigungen ist mit 19 auf 24 leicht ansteigend, ebenso die Verstöße gegen das Ausländer- und Asylverfahrensgesetz (11 auf 14). In der Statistik 2015 werden die 75 Flüchtlinge, die in der Nacht zum Karfreitag im Umgriff des Autobahnrastplatzes von einem Schleuser abgesetzt wurden, verstärkt zu Buche schlagen. Thema Rauschgift: Die Zahl ist mit 26 auf 20 Fälle zwar rückläufig, das Problem gibt es aber nach wie vor. Kontrolle und Ermittlungsarbeit im Drogenmilieu sind schwierig: "Man kennt sich untereinander".

Bei 47,88 Prozent

Die Aufklärungsquote der Polizei bewegt sich 2014 bei 47,88 Prozent (Vorjahr 50,20), die Häufigkeitszahl - bezogen auf 1000 Einwohner - bei 59,08 (51,05). Zum Vergleich: In Nabburg liegt sie bei 52. Doch wie gesagt, die Tankbetrügereien. . .

Beim Blättern in der Statistik zeigt sich noch, dass die Zahl der Körperverletzungen mit 17 unverändert ist. Vermögens- und Fälschungsdelikte sind mit 120 Fällen annähernd gleich. "Sonstige Straftatbestände" stiegen allerdings von 39 auf 61: Darunter fallen Hausfriedensbruch, Beleidigungen oder Verstöße gegen das Abfallwirtschaftsgesetz. "Doch das sind nicht die Schwerkriminellen", so Inspektionsleiter Günter Vierl. (Hintergrund)
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