Schillernd und zerbrechlich

Kurator Hermann Ritterswürden und Hausherr Michael Ritz (von links) freuen sich auf die Eröffnung der Glaskunst-Ausstellung am Sonntag, 13. September, im Kulturschloss Theuern. Bild: e

"Barocke Lust, Leben und Tod": Diese Ausstellung zum Thema Glas im Kulturschloss Theuern verspreche "Fulminanz, Vitalität und den Blick auf die Vergänglichkeit von all diesem", sagte Karin Rühl. Die Direktorin des Staatlichen Glasmuseums zur Geschichte der Glaskultur in Frauenau hält am Sonntag, 13. September, den Vortrag zur Eröffnung.

Rühls Thema zum Auftakt heißt "Barockeln ist (k)ein Leichtes". Ihr zur Seite steht Kurator Hermann Ritterswürden aus Zwiesel, der die Ausstellung mit den Künstlern vorbereitet hat. "Die Epoche des Barock ist bis heute in der Kunst und als Lebensgefühl Sinnbild für Prachtentfaltung", betonte er. In der Darstellung von Lust und der Lebensfreude spiele auch immer die Vergangenheit, der Tod, eine wichtige Rolle, sagte der Kurator der Ausstellung.

Zeitgenössische Glaskunst

Alle diese Aspekte, glaubt Ritterswürden, "lassen sich auch in der zeitgenössischen Glaskunst entdecken: Freude am Werkstoff an sich, an der Arbeit, an den vielfältigen Möglichkeiten, immer aber auch im Hintergrund der Gedanke an die Zerbrechlichkeit des Objekts, der Glaswelt allgemein". Diese Schau zu organisieren, die eine Epoche und Stilrichtung thematisiert, sei eine Herausforderung, aber "gerade deshalb interessant und inspirierend".

Zu sehen sind in Theuern exzellente Arbeiten aus Glas. Michael Ritz, der Museumsleiter, bezeichnet sie als "barocke Perlen, ganz im barocken Sinn mit einem Höchstmaß an Muse und Verschwendung" - und zudem größtenteils nur für diese Präsentation, die bis Sonntag, 13. Dezember, gezeigt wird, hergestellt.

Rund 70 bis 80 Objekte, geschaffen von 19 Künstlern aus Bayern, konnten für diese Ausstellung vereint werden. Nach Immenhausen in Hessen, Frauenau in Niederbayern und Pilsen in Westböhmen ist nun das Kulturschloss in Theuern ein würdiger Rahmen für die Präsentation. Herrliche Klarglasgefäße, Bilder aus Glas, schillerndes, transparentes Glas, prächtige ausladende, teilweise überbordende Arbeiten sind zu sehen - irgendwie alle im Zusammenhang mit dem überschwellenden Leben des Barock: Der Werkstoff Glas in seiner ganzen Fragilität ist auf vielfältige Weise in den Barock eingebunden - nicht zuletzt in der Gewissheit der Endlichkeit.

Zwei Künstler-Heimspiele

Auch zwei Künstlerinnen aus unserer Region sind vertreten. Silvia Lobenhofer-Albrecht, 1965 in Kümmersbruck geboren, ist ebenso viel auf Ausstellungen vertreten wie Marion Mack (1968) aus Sulzbach-Rosenberg, die ihre Ausbildung zur Glasgraveurin bei Rosenthal 1985 begonnen hat und seit 2013 dem Amberger Kunstkombinat angehört.

Pura Crema, das sind die musikalischen Weltenbummler Heinz Grobmeier, Wolfgang A. Schwarzfischer und Peter Knoll: Sie sind für den musikalischen Part der Eröffnung zuständig, spielen auf selbstgebauten Glasinstrumenten.

Die Ausstellung wird am Sonntag um 11 Uhr eröffnet und ist ab dann auch der Öffentlichkeit zugänglich.
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