Schindler: "Luftnummer"
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Schwandorf. (ch/nt) Die von der Staatsregierung beschlossenen Behördenverlagerungen bezeichnet der SPD-Landtagsabgeordnete Franz Schindler als "kleinen Wurf". Wenn innerhalb von zehn Jahren ganze 374 Arbeitsplätze in die Oberpfalz und gerade einmal 45 in den Landkreis Schwandorf verlagert werden sollen, wisse man gar nicht, ob man sich bedanken oder das ganze Vorhaben als unverschämt bezeichnen solle, teilt Schindler mit: "Wenn man den mit Ämterschließungen und Zusammenlegungen in der Stoiber-Zeit verbundenen Abbau von Arbeitsplätzen in der öffentlichen Verwaltung im Landkreis Schwandorf gegenrechnet, bleibt überhaupt nichts übrig." Zum Glück seien im Landkreis viele mittelständische Unternehmen ansässig, die ohne Getöse und ohne staatliche Förderung ein Vielfaches an Arbeitsplätzen schaffen würden. Die von der Staatsregierung inszenierte Show erweise sich bei näherer Betrachtung als Luftnummer, schreibt Schindler.

Hanisch: "Umfang enttäuscht"

Schwandorf. Auf die geplante Behördenverlagerung der Bayerischen Staatsregierung reagierte auch Landtagsabgeordneter Joachim Hanisch (Freie Wähler) aus Bruck. Zwar verkaufe Minister Söder ein inhaltlich begrenztes Konzept wieder einmal als großes Vorhaben, demonstriere damit aber vor allem seine Marketingqualitäten, schreibt Hanisch. "Ein Anfang ist jedoch gemacht, die Zielrichtung stimmt - nur der Umfang hat uns Freie Wähler doch enttäuscht." Für den Landkreis Schwandorf fielen nur 45 neue Stellen an. "Das ist zu wenig. Außerdem fallen wohl jede Menge zusätzliche Reisekosten, Zeitausgleich, Trennungsgeld und eventuelle Umzugskosten an", schreibt der Abgeordnete. Enttäuschend sei auch, dass im Bereich der Naab-Achse von Schwandorf bis Wernberg nur Arbeitsplätze für fünf Beschäftigte entstehen sollen. Gerade der nördliche Bereich, der strukturell eine stärkere Förderung brauche, sei zu wenig berücksichtigt. Dennoch erwartet Hanisch, dass die Initiative der Staatsregierung die Region stärken werde: "Zu hoffen ist auch, dass sich die Wirtschaft alle geplanten Maßnahmen zu Herzen nimmt und verstärkt im ländlichen Raum des Freistaats investiert. Hiervon könnte unser Landkreis stark profitieren."
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