Schiris begehren auf

Bezirksschiedsrichterobmann Siegfried Brem appellierte in Oberkotzau eindringlich an die Vereine mitzuhelfen, damit die Gewalt gegen die Unparteiischen auf den Sportplätzen eingedämmt wird. Links im Bild Bezirksspielleiter Gerald Schwan. Bild: hfz

Rückblick, Ausblick: Wintertagungen sind oft eine eher nüchterne Angelegenheit. Beim Treffen der Bezirksligisten in Oberkotzau stand aber ein Thema im Mittelpunkt, das so nicht vorgesehen war.

Oberkotzau. Gewalt gegen Schiedsrichter: Die oberfränkischen Unparteiischen haben die Schnauze voll. Auf diesen einfachen Nenner lassen sich die Ausführungen von Bezirksschiedsrichter-Obmann Siegfried Brem bei der Bezirksligatagung in Oberkotzau bringen.

Zunehmende Gewalt

So haben die Vertreter der 35 Bezirksligavereine in Oberfranken Siegfried Brem, den Chef der oberfränkischen Schiedsrichter, noch nicht erlebt. Bei der Winterarbeitstagung der beiden Bezirksligen im Sportheim der SpVgg Oberkotzau redete sich Brem regelrecht in Rage. "Unser Hauptproblem ist immer mehr die zunehmende Gewalt gegen die Schiedsrichter", betonte er und appellierte zugleich an die Vereine: "Hier muss sich schnellstens etwas ändern." Sollte in der Rückrunde keine Besserung eintreten, sähen sich die Schiedsrichter gezwungen, zu radikalen Maßnahmen zu greifen. Und Brem wurde auch gleich konkret: "Eine Schiedsrichtergruppe hat bereits erwogen, ein Exempel zu statuieren und an einem kompletten Wochenende zu streiken."

Der Bezirksschiedsrichter-Obmann griff auch den jüngsten Fall beim Hochfranken-Hallenturnier in Selb nochmals auf. Wie berichtet, bekam Schiedsrichter Daniel Hofmann von einem Zuschauer eine Flasche Limo über den Kopf geschüttet. Danach kam es auch zu Handgreiflichkeiten. Für Daniel Hofmann und seinem Hofer Kollegen Thomas Fuchsstadt war damit das Turnier beendet, sie verließen die Halle. Torsten Werner aus Wunsiedel und Udo Fritzsch aus Trogen pfiffen dagegen weiter. Das kritisierte Brem scharf: "Nach so einem Vorfall ist Feierabend." Um die Gewalt auf den Fußballplätzen und in Hallen einzudämmen, biete der Verband sogenannte Konfliktmanager an. Brem appellierte an die Vereine, dieses Angebot auch anzunehmen. "Wir müssen gemeinsam versuchen, dieses Gewaltproblem in den Griff zu bekommen", schlug er am Ende wieder versöhnlichere Töne an.

Jürgen Schiller (SG Regnitzlosau) nahm aber die Schiedsrichter-Einteiler in die Pflicht. Wenn schon ein ganz junger Unparteiischer ein Bezirksligaspiele leite, sollte er zumindest an der Seitenlinie einen erfahrenen Mann zur Seite haben. So könnten Konflikte vermieden werden.

Andreas Leffer, Vorsitzender des Bezirkssportgerichts, stellte den Vereinen der Bezirksliga Ost und West auch nicht gerade das beste Zeugnis aus. "Wir mussten bis zur Winterpause 193 Fälle verhandeln, das sind 43 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres." Als alarmierend bezeichnete er die Roten Karten. "In der vorigen Serie hatten wir bis zur Winterpause 63, in der laufenden sind es bereits 73 - 37 im Westen und 36 im Osten." Er wisse nicht, ob vielleicht die Schiedsrichter schneller mit Rot bei der Hand sind. Die Spieler müssten sich aber darauf einstellen. "Wenn von 73 Roten Karten 25 wegen einer Tätlichkeit verhängt wurden, sieht man, dass auf unseren Plätzen etwas nicht stimmt", sagte Leffer und kündigte künftig deutlich höhere Strafen an.

Kritik an Abstiegsregelung

Derweil ist die Abstiegsregelung in den beiden Bezirksligen den Vereinen ein Dorn im Auge. "Wir wünschen uns hier eine klare Regelung, die nicht jedes Jahr anders aussieht", sagte Achim Hager, zweiter Vorsitzender der SpVgg Oberkotzau. Dass in diesem Jahr gleich vier Vereine absteigen und drei in die Relegation müssten, nannte er ein beunruhigendes Gefühl. Bezirksspielleiter Gerald Schwan aus Pechbrunn pflichtete Hager bei. "So wie es derzeit ist, macht es auch mir wenig Spaß." Allerdings gab er zu bedenken, dass die beiden oberfränkischen Bezirksligen Absteiger aus den drei Landesligen Nordost, Nordwest und Mitte auffangen müssten. "Das ist auch für uns unheimlich. Deshalb müssen wir bereits vor Saisonbeginn Vorsorge treffen, um in der Serie darauf Bezirksligen mit 20 Vereinen zu vermeiden."

Der erste komplette Spieltag nach der Winterpause findet am 6./7. März statt. Eine Woche zuvor sind Nachholspiele geplant.
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