Schlicht muss teilen

Pfarrer Johannes Kiefmann hat seinen Sitz ab September in Vilseck. Ins Pfarrhaus in Schlicht soll dann ein neuer Geistlicher einziehen, den die Diözese noch benennt. Bild: ct

Ab September bekommen die Schlichter ihren Pfarrer seltener zu Gesicht. Erhalten bleibt ihnen Johannes Kiefmann aber als Leiter der neuen Seelsorgeeinheit Vilseck - Schlicht - Sorghof. "Das ist der Preis, den man für den Priestermangel zahlen muss", sagt er dazu.

Viele Gläubige in der Pfarrei St. Georg Schlicht hatten es schon vermutet. Am Sonntag hörten sie es in den Gottesdiensten offiziell: Bischof Rudolf Voderholzer hat Johannes Kiefmann ab 1. September zum Stadtpfarrer von Vilseck berufen und ihm gleichzeitig die seelsorgerliche Leitung der Pfarreien Schlicht und Sorghof übertragen.

Damit sieht Schlicht seinen Pfarrer ab September seltener, weil dann Vilseck sein Amtssitz sein wird. Als Leiter der Seeelsorgeeinheit, die neben der gesamten Großgemeinde Vilseck noch Exklaven aus den Gemeinden Hahnbach und Edelsfeld umfasst, wird Kiefmann von den Ruhestandsgeistlichen Josef Wittmann, Hermann Kellner und Lothar Kittelberger unterstützt. Zudem soll ein aktiver Geistlicher, den die Diözese noch benennen will, ab September ins Pfarrhaus in Schlicht einziehen.

Pfarrer Kiefmann bezeichnete die Zusammenlegung der drei Pfarreien zu einer Seelsorgeeinheit "als Preis, den man in Zeiten des Priestermangels eben zahlen muss". Er sei aber erleichtert, die Pfarrei Schlicht, die ihm in den zwei Jahren seiner Tätigkeit sehr ans Herz gewachsen sei, nicht verlassen zu müssen. Mit den wieder aufgeblühten kirchlichen Verbänden und der verstärkten Mitarbeit von Laien werde auch in Zukunft ein fruchtbares Gemeindeleben in Schlicht möglich sein.

Nach dem kommunalen Zusammenwachsen in der Großgemeinde stehe nun eben das geistliche Zusammenwachsen in der Seelsorgeeinheit bevor, wobei Vielfalt weiter möglich sein werde. Persönlich gehe er die neue Aufgabe unter dem gleichen Motto an wie 2013 seine Seelsorgertätigkeit in Schlicht: "Kurs aufnehmen und Volldampf voraus."

Dankbar äußerte sich Kiefmann, dass es mit der Unterstützung von Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat gelungen sei, die Diözese zu überzeugen, für die Seelsorgeeinheit einen weiteren Geistlichen einzuplanen. Somit werde das Pfarrhaus in Schlicht nicht leer stehen.

In Schlicht nahmen die Gläubigen die Entscheidung des Bischofs einerseits mit Bedauern auf, weil sie ihren beliebten Pfarrer nun mit anderen teilen müssen. Andererseits herrschte Zuversicht, dass es das vielfältige geistliche Angebot wohl auch weiter geben wird.
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