Schloss im Schlaf-Modus

34 Kohlberger und 21 Röthenbacher warteten in der Bürgerversammlung gespannt auf aktuelle Informationen. Bürgermeister Rudolf Götz zog Bilanz. Das Röthenbacher Schloss verweilt im Dornröschenschlaf.

Götz hatte nach dem angekündigten Weggang von Edeka aus Weiherhammer Kontakt zu dem Marktbetreiber aufgenommen. "Es stellte sich aber heraus, dass der Discounter nicht nach Kohlberg will." Im Marktrat wurde über einen erneuten Anlauf für einen "Dorfladen" debattiert. Das Gremium kam zu dem Schluss, es sei zu früh für neue Verhandlungen. Reinhard Welzl formulierte seine Anfrage dennoch als Antrag und sah das Baugebiet "Im Meister" als idealen Standort.

"Wird erledigt"

Manfred Häring bemängelte, dass am Feuerwehrhaus regelmäßig größere Aufschwemmungen bei stärkerem Regen anfallen. "Wird weitergegeben und erledigt", bekam der Bürger als Antwort. "Manche Straßen sollten zurück gebaut werden, denn Schotterwege lassen sich besser instandhalten", quittierte das Gemeindeoberhaupt den Wunsch von Johann Auer auf Reparatur der Teerdecke entlang des Eichelbachs.

Eine "verbesserte Reinigung und Pflege innerörtlicher Straßen" wünschte sich Hubert Hausner, der "zuviel Laub im Rosenweg an der Einfahrt in die Weidner Straße" und "Raser beim katholischen Friedhof" kritisierte. Einmal mehr nahm Hans Bock die trompetenförmig angelegte Straßeneinfahrt nach Untersteinbach ins Visier. Informationen über Windkraft forderte Erwin Fischer. Aktuell liefen Verhandlungen mit Grundstücksbesitzern, sagte Götz. "Wenn deren Entscheidungen gereift sind, wird sich der Marktrat wieder damit befassen." Götz hielt einen Bürgerentscheid für eine sinnvolle Sache. Auch Hans Bock griff die alternativen Energien auf, sah aber den Abstand zur Wohnbebauung als zu gering an.

Nochmal "Tempo 30"

Mit dem Antrag, das Tempo in der Ortseinfahrt "Meister" auf 30 Kilometer pro Stunde zu beschränken, wird sich der Marktrat noch einmal beschäftigen. In die "Notwendigkeit, Raser auszubremsen" bezog Johann Auer auch den Marktplatz ein. "Alle motzen und keiner traut sich etwas zu sagen." Die Standorte von eingewachsenen Verkehrs-Schildern sowie schiefen und verschmutzen Schächten benannte Johann Hausner. Die Pflege von Böschungen an der Staatsstraße deklarierte der Bürgermeister auf Rückfrage von Manfred Härning als "Angelegenheit des Straßenbauamts".

Gegen Dauerparker

Gegen Dauerparker und Verkaufsautos in der Kurve der Röthenbacher Straße wetterte Erwin Fischer. Bei der Pflege von Obstbäumen am "Weißen Weg" und dem Zitterpappel-Bestand sah Götz die Gemeinde nicht unter Zugzwang. Aufgewärmt wurde die Verlegung der Bushaltestelle. "Kann man diese nicht nach oben legen", hinterfragte Reinhard Welzl. "Verschiebung nein, weiter oben halten ja", reflektierte Götz und wies auf die bestehende Unterstellmöglichkeit am Rathaus hin. Lob und Dank für erntete der Rat von Hubert Hausner für die Ausweisung und Verordnung zum Wasserschutzgebiet und der Bereitschaft der Verantwortlichen, den eigenen Brunnen zu erhalten.

Kein "Fracking"

Für den Ortsteil Röthenbach hatte sich Hilde Lindner-Hausner gut auf das Treffen vorbereitet. Konkret ging es ihr darum, den Bau von Windrädern auf kommunaler Ebene zu schultern und auswärtige Unternehmen außen vor zu lassen. Ferner beantragte sie, keine gemeindlichen Genehmigungen für seismologische Untersuchungen zu erteilen, sprich "Fracking" zu untersagen.

Lindner-Hauser wies auch darauf hin, dass die Kilometerangaben auf der Radwegbeschilderung in Richtung Weiherhammer und Mantel nicht zutreffend seien und ein "Radweg Amberg" teilweise schon bestehe. Dieser führe durch Röthenbach. Ein weiterer Wunsch: Termine aus der Kommunalpolitik, Tagesordnungen von Marktratssitzungen und Nachberichte gehörten zum Internet-Auftritt der Kommune. Ungepflegte Grundstücke nahm Roland Ertl ins Visier, marode Kanalschächte Margot Meier, Böschungen schließlich Peter Weiß. Um die Ergänzung des Kinderspielplatzes mit einer Reifenschaukel baten Marion und Roland Ertl, der auch die Beleuchtung für den Schulweg nach dem Bahnübergang bis zum Bushäuschen verbessern möchte.

Sanierung zu teuer?

Gegen Ende der Sitzung wechselte der Bürgermeister vom Beantwortungs- in den Frage-Modus: "Weiß jemand, wie es mit dem Schloss weitergeht?" Eine Antwort wusste niemand - außer, dass eine Sanierung wohl zu kostspielig sei.
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