Schlossgeistern auf der Spur

Schlossführer Peter Garreiss (Fünfter von rechts) führte die Besucher am Tag des offenen Denkmals durchs Schloss Burgtreswitz. Von der historischen Ausstattung des Trauungszimmers waren die Gäste sehr begeistert. Bild: gi

Mehr als 100 Besucher strömten am "Tag des offenen Denkmals" in das Schloss Burgtreswitz. Schlossführer Peter Garreiss wies darauf hin, dass die Anlage das ganze Jahr über im 14-tägigen Rhythmus und zu vielen Sonderführungen geöffnet sei.

Garreiss hatte sehr viel zu tun, um die Gäste durch das Schloss zu schleusen. Mit vielen Geschichten und Anekdoten verstand er es, die vier Führungen an diesem Tag unterhaltsam zu gestalten. Diesmal war aber vieles anders als sonst, denn die nun fast schon fünf Jahre andauernden Restaurierungsarbeiten im Ostflügel des Schlosses gehen langsam ihrem Ende entgegen.

Bald komplett barrierefrei

Der Personenaufzug ist eingebaut und fahrbereit und passt sich gut in das historische Treppenhaus ein. Bald kann sich das Schloss vom Erd- bis zum Dachgeschoss barrierefrei präsentieren. Im Treppenhaus wurde das rund 300 Jahre alte Granitpflaster wieder verlegt. Die neuen sanitären Räume befinden sich unter dem alten preußischen Kappengewölbe aus der Brauereizeit (um 1840). Begeistert waren die Besucher vom restaurierten Saal im ersten Stockwerk. Ganz früher trafen sich hier die Rittersleute, dann war er Versammlungs- und Schulungsraum des Pflegers für die Lehrer seines Amtbezirks, später diente der Raum als Getreidelager für die Brauerei. Heute kann er als Festsaal genutzt werden. Der Saal trägt die Handschrift der fleißigen Schlossgeister Adolf Graf, Erhard Burger und Alfred Gissibl. Prunkstück ist die Stuckdecke aus Gips. Die Schlossgeister sorgten am Tag des offenen Denkmals für den Ordnungsdienst. Die Besucher staunten nicht schlecht, als sie durch das historische Schlaf- und Wohnzimmer sowie das Büro des brutalen Steuereintreibers "Matere", der heute noch als Gespenst im Schloss sein Unwesen treibt, geführt wurden. Auch das Jagd- und Fischereimuseum sowie die Naturparkinfostelle des Nördlichen Oberpfälzer Walds fanden große Beachtung. In der früheren Pflegerwohnung und heutigem Standesamt waren das Mobiliar der Pfleger wie Kachelofen und Wappenschränkchen sowie die Dienstbekleidung der Pfleger zu sehen.

Laufende Spendenaktion

Garreiss wies auch auf die laufende Spendenaktion zur Finanzierung des Fahrstuhles hin. Nach der Führung hatten die Besucher Gelegenheit, sich in der Gaststube des Schlosses bei Kaffee und Kuchen wieder zu "erholen". Zweite Vorsitzende Helene Bauer und ihre Helferinnen hatten alle Hände voll zu tun.
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