Schluss mit Bauherren-Wünschen

Erst als im Mai die Änderung des Bebauungsplans eingeleitet worden war, begannen zwei Bauherren mit der Errichtung der ersten beiden Eigenheime (Hintergrund) im Gebiet "Sommerleite". Sie werden Anfang 2015 bezugsfertig sein. Zwei weitere Rohbauten sind seit kurzer Zeit im Entstehen. Bild: rn

Die erste Änderung des Bebauungsplans "Sommerleite" wird auch die letzte sein. Es werde keine weiteren baurechtlichen Modifikationen mehr geben, sagte Bürgermeister Peter Lehr im Stadtrat. Es könnten "nicht alle möglichen Intentionen berücksichtigt" werden.

Die Änderung des Bebauungsplanes hatte der Stadtrat bereits in seiner Mai-Sitzung eingeleitet. Grund war, Bauwilligen die Genehmigung ihrer gewünschten Bauweise zu erleichtern.

Einstimmig nahm der Stadtrat nun die von Diplom-Ingenieur Hannes Oberndorfer vorgetragenen Abwägungen zu den eingegangenen Stellungnahmen an und erließ schließlich die Satzung. Die erste Änderung des Bebauungsplans kann damit in Kraft treten.

Mehrere Einwände

Das Landratsamt hatte gegen die neue Version mehrere Einwände vorgebracht. Da die zulässige Gebäudehöhe geändert wurde, hatte die Untere Immissionsschutzbehörde eine neue Berechnung für die Emissionen von Sportplatz und Bundesstraße gefordert. Wegen des von dort kommenden Lärms war bereits ein Schutzwall angelegt worden.

Oberndorfer hatte jedoch nachgewiesen, dass ein derartiges Gutachten nicht nötig ist. Seine Argumentation hatte die Untere Immissionsschutzbehörde am Landratsamt dann auch akzeptiert. Der Diplom-Ingenieur stellte dem Gremium zudem die weiteren, zum Teil formellen Einwände der Behörde vor und informierte über die jeweilige Stellungnahme dazu.

Zu den Änderungen im Bebauungsplan gehört eine neue Regelung für die Dachgauben. Diese sind künftig erst ab einer Dachneigung von mindestens 38 Grad zulässig. Die Bauherren haben zwar freie Gestaltungsmöglichkeit, die Gauben dürfen jedoch höchstens ein Drittel der Dachfläche einnehmen.

Maximal 70 Zentimeter

Terrassen sind bis zu einer Fläche von 30 Quadratmetern erlaubt, Böschungsmauern dürfen nun bis zu einer Höhe von 70 Zentimeter angelegt werden. Keine starre Regelung enthält der geänderte Bebauungsplan für den Bau von Garagen. Sie sind aus der Baulinienbegrenzung herausgenommen.

"Das Bauamt fordert für einen Bebauungsplan klare Angaben", erklärte Diplom-Ingenieur Hannes Oberndorfer abschließend mit Blick darauf, dass die Änderung auf Wünsche von Bauinteressenten zurückgeht. Er begründete dies mit einem "gewissen Nachbarschutz", den es herzustellen gelte. Es sei daher sinnvoll, in einem Bebauungsplan einige Beschränkungen vorzunehmen.
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