Schnaps und Ovationen

Die Formation "Magnetic Ear" sorgte im Ramm-Saal für ein unvergessliches Brass-Erlebnis. Bild: bmr

Das war ja mal wieder ein feines Süppchen,das die Köche vom Kultopf da aufgesetzt haben. Auf ihrer Deutschlandtournee konnte die sechsköpfige Truppe "Magnetic Ear" mit dem gebürtigen Münchner Martin Krusche für einen Gig in Neukirchen verpflichtet werden.

Die Empfehlung kam direkt über Kofelgschroa, die neue Kultband aus Oberammergau, die ja im letzten Monat einen fulminanten Auftritt zur Eröffnung des Kultopf-Herbstprogramms hinlegte. Sechs lockere Burschen kamen jetzt nach Neukirchen und waren mächtig angetan, als sie die Jahreszahl an der Hauswand des Wirtshauses sahen: 1557.

Gleich angetan

Unplugged powerte die Pocket Brass Band aus New Orleans im voll besetzten Ramm-Saal los, und das Publikum war gleich angetan von den genialen Arrangements, rasend schnellen Wechseln zwischen Melodie, Rhythmus und Solo.

Trotz des minimalistischen Schlagzeugs, welches kurzfristig vom Dachboden geholt wurde, hatte der Drummer die perfekte Regie über den gesamten Rhythmus. Sogar das Quietschen der etwas angerosteten BassDrum-Fußmaschine wurde als Rhythmuswerkzeug benutzt. Perfektes Zusammenspiel - geniale Spiellaune der Akteure. Nicht nur New Orleans Brass Sound und Funk, sondern auch Balkan, Afrika und Lateinamerika waren Ideengeber für eine geniale Mischung aus Rhythmus und Melodie. Alle Stücke stammen aus der Feder von Martin Krusche. Der gebürtige Münchner lebt und spielt seit seinem Musikstudium in den USA.

Nach der Pause wurden dann auch ein paar Coverversionen geboten wie "99 Luftballons" und sogar ein Zwiefacher "Aber d' Ochsn" - im fetzigen Brass-Sound ein absolutes Schmankerl. Posaunist Jon Ramm aus New Orleans hatte übrigens seinen Namensvetter mit John Ramm (Engelhard) gefunden, was für ein großes Hallo bei der Vorstellung der Bandmitglieder sorgte.

Zugaben-Feuerwerk

Nach einer Runde Schnaps und stehenden Ovationen ging das Konzert mit einem Zugaben-Feuerwerk und Marching Brass-Funk (so nennt man es, wenn die Musikanten durch den Saal marschieren) zu Ende. Ein älter Zuschauer aus Neukirchen, der schon viele Konzerte im Umland besuchte, brachte es auf den Punkt: "So eine Qualität in punkto Pocket Brass Band war noch nie da und wird nie wieder zu uns kommen, eine absolute Sternstunde!"

Nach dieser vollkommen gelungenen Performance darf man gespannt sein, welches Schmankerl die Köche vom Kultopf als Nächstes auftischen.
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