Schnelle und kompetente Hilfe

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Schwerer Unfall auf der A 93 mit drei Toten und zwei Schwerstverletzten. Ein vierjähriges Mädchen liegt leblos im Garten. Ein 15-jähriger Komasäufer ist nicht mehr ansprechbar. 2014 gingen 90 153 dieser oder ähnlicher Notrufe bei der Integrierten Leitstelle (ILS) ein. Da ist schnelle Hilfe gefragt, gut dass Profis am Werk sind.

Neustadt/Weiden. (ms) "Die Menschen in der Region können 24 Stunden am Tag 365 Tage im Jahr beruhigt sein, dass ihnen schnell und kompetent geholfen wird", sagt Landrat Andreas Meier. Der Vorsitzende des Zweckverbandes für Rettung und Feuerwehralarmierung (ZRF) Nordoberpfalz, der die 3,6 Millionen Euro teure ILS betreibt, zollt den 54 Mitarbeitern größtes Lob.

Übungsplatz und Ostgrenze

ZRF-Geschäftsleiter Alfred Rast bezeichnet die ILS als Einsatzzentrale der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr in der Nordoberpfalz. Das Einsatzgebiet ist 2585 Quadratkilometer groß, was der Fläche des Bundeslandes Saarland entspricht. Die Einwohnerzahl beträgt 212 000. Im Rettungsdienstbereich liegt im Westen der Nato-Truppenübungsplatz Grafenwöhr mit 15 000 Soldaten und ihren Angehörigen, die ebenfalls versorgt werden müssen, und im Osten eine 112 Kilometer lange Grenze zu Tschechien. Im Nachbarland registrierte die ILS fast 200 Einsätze.

Um die Aufgaben erfüllen zu können, unterhält der ZRF acht Rettungswachen mit 31 Rettungs- und Krankentransportwagen. Die Einsatzzahlen steigen stetig. Zum Jahreswechsel kommen im Weidener Süden und in Lohma weitere Rettungswachen hinzu. Der Rettungswagen rückt künftig nicht mehr von Vohenstrauß aus. Auch im Landkreis Tirschenreuth wird die Versorgung verbessert: Die Rettungswache wird von Waldsassen nach Mitterteich verlegt.

Der Rettungsdienst leistete im vergangenen Jahr 32 404 Einsätze. 2430 technische Hilfeleistungen waren erforderlich und 789 Alarmierungen mit Stichwort "Brand". Die ILS kann auf 227 Feuerwehren mit über 900 Fahrzeugen zurückgreifen.

Über 1300 Mal in die Luft

Der Rettungshubschrauber "Christoph 80" ging von Latsch aus 1327 Mal in die Luft (2013: 1279 Einsätze). Das sind 3,5 Einsätze pro Tag. 67 Mal half Kollege "Christoph 20" aus Bayreuth aus. 14 Frühgeborene wurden mit Inkubator transportiert, 40 Intensivpatienten mit einem speziellen Intensivmobil. Die Wasserrettung war 15 Mal gefordert, die Bergrettung 23 Mal. Krisenintervention und Notfallseelsorger rückten 180 Mal aus.

Nur noch 112

Die schnellen Helfer vor Ort (HvO), die die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken, wurden 5134 Mal alarmiert. "Nirgendwo in Bayern gibt es so viele HvO wie in der Nordoberpfalz", verrät Rast. 2014 fielen für die ILS Betriebskosten in Höhe von 2,2 Millionen Euro an. Davon tragen die Krankenkassen 1,4 Millionen Euro. 800 000 Euro übernehmen die beiden Landkreise und die Stadt Weiden. Seit 2. März hat die ILS die Rufnummer 19222 in den Landkreisen Neustadt und Tirschenreuth abgeschaltet. Für die Anforderung von Feuerwehr, Notarzt, Rettungsdienst und Krankentransporten soll in diesen Bereichen nur noch die vorwahlfreie Rufnummer 112 verwendet werden. Das hilft unter anderem viel Geld sparen.
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