Schock in Abendmesse

Wir sind alle total erschrocken. Wären die Gläubigen nur zwei Reihen weiter vorne gesessen, hätte es wahrscheinlich Verletzte gegeben.

Der Schreck sitzt bei den Gläubigen tief: Während des Abendgottesdienstes am Dienstag warf ein Unbekannter mit einem Stein die Fensterscheibe der Moritzkirche ein und rief Nazi-Parolen. Zum Glück wurde niemand verletzt.

Mantel. (ms) Weil die Manteler Pfarrkirche zurzeit saniert wird, finden die Gottesdienste in der kleinen St.-Moritz-Kirche statt. So auch am Dienstag, als Pfarrer Armin J. Spießl um 19 Uhr die Abendmesse zelebrierte.

Es war kurz vor der Wandlung. Harald Puckschamel, Vorsitzender des Vereins zur Förderung und Erhaltung der Wallfahrtskirche, machte sich auf der Empore gerade bereit, um die Glocke zu läuten. Plötzlich barst die Scheibe des rechten Seitenfensters klirrend. Die rund 30 Christen zuckten zusammen.

"Wir sind alle total erschrocken", berichtete Pfarrer Spießl am Mittwoch. Wären die Gläubigen nur zwei Reihen weiter vorne gesessen, hätte es wahrscheinlich Verletzte gegeben, verwies der Priester auf herumfliegende Glassplitter. Spießl unterbrach kurz den Gottesdienst, damit sich die Leute vom gehörigen Schrecken erholen konnten. Sie waren empört und aufgebracht.

Puckschamel war inzwischen nach draußen in den Moritzweg gespurtet. Aber es war niemand mehr zu sehen. Nach der Eucharistie verständigte Pfarrer Spießl die Polizeiinspektion Neustadt und erstattete Anzeige. "Die Streife war relativ schnell da."

Als ob das Ganze nicht schon schlimm genug gewesen wäre: Ein junges Pärchen, das am Wochenende heiratet, wartete mit dem Kaltenbrunner Pfarrer Irudayaraj Devadas vor der Kirche, bis die Messe aus war, um dann die Brautprobe machen zu können. Die junge Frau beobachtete einen etwa 12-jährigen Radfahrer. Er soll nicht nur den Stein ins Kirchenfenster geworfen haben, sondern auch an die Tür des Gotteshauses geschlagen und Nazi-Parolen gerufen haben. Der Bursche trug ein olivgrünes T-Shirt.

Den Schaden am Fenster beziffert die Polizei mit 500 Euro. Sie bittet um Hinweise unter Telefon 09602/94020.
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