"Schönste Amtshandlung im Jahr"

Mädchen und Buben statt Mies- und Bangemacherei: Dass Pressaths junge Paare an die Zukunft glauben, beweisen 18 im ersten Halbjahr geborene Kinder, denen Bürgermeister Werner Walberer (rechts) ein Begrüßungsgeld der Stadt in die Wiege legte. Bild: bjp

Kleiner "Babyboom" an der Haidenaab: Um zehn Mädchen und acht Buben, darunter ein "gemischtes" Zwillingspärchen, verjüngte sich die Pressather Bevölkerung in der ersten Jahreshälfte 2015. Darüber freute sich Bürgermeister Werner Walberer, auch wenn die Stadt dafür in die Kasse greifen muss.

Pressath. (bjp) Mit seinem Kollegen Maximilian Schwärzer sowie Vertretern der Feuerwehren aus Pressath und Dießfurt hieß Walberer die jüngsten Stadtbürger und ihre Eltern bei einem Empfang im Dostlerhaus willkommen.

Vor sechs Jahren hatte der Stadtrat beschlossen, den kleinsten Pressathern 100 Euro als Begrüßungsgeld in die Wiege zu legen. Dazu gibt es einen vom früheren Stadtrat Hans Forster gestifteten Rauchmelder, ein Lätzchen mit Stadtwappen und ein Plüsch-Feuerwehrmaskottchen "Grisu".

Dies sei als Willkommensgruß für die Kinder und Anerkennung für den Mut der Eltern zu verstehen, unterstrich Walberer bei der "für mich schönsten Amtshandlung des Jahres". Denn jedes Kind bedeute ein Stück mehr Zukunft für die Stadt und sei das probateste Mittel gegen den vielbeklagten "demografischen Wandel" - wirksamer als alle "Expertenrezepte".

Um jungen Menschen die Entscheidung für Familie und Kinder zu erleichtern, wolle man die Bemühungen fortsetzen, Pressath zu einer noch kinder- und familienfreundlicheren Stadt zu machen: "Und das soll dieser Empfang als Geste ausdrücken." Zum Abschluss zitierte Walberer als Ermutigung an die jungen Familien die Verse eines unbekannten Verfassers: Kinder seien "Liebe, die Gestalt angenommen hat" und letztlich "das Kostbarste dieser Erde".

Funktion und Handhabung des Rauchmelders erklärte der Vizekommandant der Feuerwehr Pressath, Ralf Schupfner. Vor allem nachts, wenn der Geruchssinn im Schlaf ausgeschaltet sei, bewahren die Warngeräte mit unüberhörbarem 98-Dezibel-Alarm vor dem Erstickungstod durch Rauchgase, die schon in kleinen Mengen tödlich wirkten.

Der kostenlose Rauchmelder sei als Denkanstoß zu verstehen, betonte Schupfner. Denn mit einem Gerät sollte man sich nicht begnügen, sondern mindestens in allen Schlaf- und Kinderzimmern sowie Korridoren derartige kleine Lebensretter anbringen: "Lieber ein Kuscheltier weniger und dafür einen Rauchmelder mehr kaufen." In Neubauten seien die elektronischen Wächter bereits jetzt, in älteren Gebäuden ab 2018 Pflicht.
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