Schon bei Babys auf Sehprobleme achten
Zum Augenarzt

Eltern sollten besonders auf Sehprobleme ihres Kindes achten, wenn es zu früh zur Welt gekommen ist. Das gilt auch, wenn in der Familie schlechte Augen verbreitet sind. Je eher Sehfehler korrigiert werden, desto besser kann sich die Sehkraft des Kindes entwickeln. Darauf weist Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hin. Den Kinderarzt sollten Eltern zum Beispiel informieren, wenn ein Säugling mit etwa drei Monaten keine Dinge mit den Augen verfolgen oder in einer Entfernung von etwa 30 Zentimetern keinen Blickkontakt mit den Eltern aufnehmen kann.

Auch wenn anfängliches Schielen nach etwa sechs Monaten nicht vergangen ist, ist das ein Warnzeichen. Sehr häufig ist zum Beispiel die sogenannte Amblyopie. Bei dieser Sehstörung schielt ein Auge oder sieht schlechter als das andere, so dass das Gehirn es vom Sehenlernen teilweise ausschließt. Eine Augenklappe auf dem intakten Auge oder eine Brille kann das wieder ändern.

Sehr selten ist dagegen ein Tumor der Netzhaut, dem Eltern auf die Spur kommen können, wenn sie Fotos mit Blitzlicht ihres Kindes ansehen. Normalerweise erscheinen die Pupillen bei solchen Bildern rot. Beim sogenannten Retinoblastom sind sie weiß, gelb oder orange. Weitere Anzeichen eines Sehfehlers sind sehr große Augen oder eine trübe Hornhaut.

Einfache Sehtests macht der Kinderarzt erstmals im Rahmen der Untersuchung U6, wenn der Nachwuchs zwölf Monate alt ist. Genauere Tests folgen ab der U7 im Alter von etwa drei Jahren. Fegeler empfiehlt dafür Arzttermine am Vormittag, wenn das Kind noch nicht müde vom Tag ist. Ergeben sich Hinweise auf Sehprobleme, sollten Eltern mit ihrem Kind zum Augenarzt gehen.
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