Schon wieder 19 Uhr?

Die Kasse und der Zugang zum Freibad sind nur bis 19 Uhr geöffnet. Das passt nicht jedem. Allerdings muss der für die Sicherheit der Badegäste zuständige Bademeister die Anlage bis spätestens 20 Uhr verlassen. Bild: rn

Sollen die Badezeiten am Rußweiher und die Verkaufszeiten des Kiosks verlängert werden? Diese Frage fachte im Stadtrat eine Diskussion an. Bürgermeister Peter Lehr sieht bei längeren Öffnungszeiten Risiken.

Korbinian Dunzer (ÜCW) machte sich zum Sprecher von Sportheimwirt Bela, der in diesem Jahr auch den Kiosk im Freibad bewirtschaftet. Er sprach von wünschenswerten Öffnungszeiten, die bei warmen Sonnentagen bis 23 Uhr gelten sollten. Da im Kiosk nur eine Haushaltsspülmaschine zur Verfügung stehe, die sich noch dazu in einem schlechten Zustand befindet, fragte Dunzer wegen einer kleinen Industriemaschine nach. Bürgermeister Peter Lehr hielt entgegen, dass Bela ihm gegenüber geäußert habe, dass er aus zeitlichen Gründen keine Verlängerung der Öffnungszeit bis 23 Uhr wünsche. Im Übrigen sei der Kiosk für den Badebetrieb eingerichtet worden. Er habe sich daher nach dessen Schließungszeiten zu richten. Bei längeren Öffnungszeiten sah Lehr im Zusammenhang mit Alkohol Risiken auf das Bad zukommen.

Zweiter Bürgermeister Karl Lorenz sprach sich aus eigener Erfahrung und nach Gesprächen mit Bürgern für längere Öffnungszeiten aus: "Es gibt sehr viele Interessenten, die noch gerne nach 19 Uhr schwimmen möchten." Die Schließungszeit von 19 Uhr hielt er daher "für nicht unbedingt gut" und erklärte: "Eine längere Badezeit wäre bei solch schönem Wetter eine gewaltige Verbesserung." Lehr hielt erneut und diesmal mit der Begründung dagegen, dass er den Bademeister täglich nicht länger als arbeitsrechtlich zulässig beschäftigen kann.

Wenn dieser seit 10 Uhr seinen Dienst verrichte, müsse er um 20 Uhr mit den letzten Gästen das Bad verlassen. An einem Beispiel gab er zu verstehen, welche rechtlichen Folgen ein Badeunfall ohne Anwesenheit des Bademeisters hätte. Fritz Betzl hielt es für erforderlich, "aus Haftungsgründen gewisse rechtliche Vorgaben zu beachten". Für wenig sinnvoll empfand er es deshalb, "wegen einiger später Badegäste die Öffnungszeit des Freibades zu verlängern".

Zum Thema Spülmaschine stellte Lehr klar, dass die Kommune nicht für bewegliche Einrichtungen Gewerbetreibender zuständig sei. Er zeigte sich jedoch offen zu Gesprächen mit Bela. Trotz ausreichender Parkplätze herrsche an heißen Tagen beim Freibad eine schlechte Parkdisziplin. Die Stadträte übten daher heftige Kritik an den Badegästen, die ihre Fahrzeuge möglichst eingangsnah in Verbotszonen abstellen. Es fiel die Bemerkung: "Für eine einmalige Geldbuße könnte bereits eine Jahreskarte erworben werden."
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