Schonend, aber veraltet?

"Holzernte mal anders" - aber wie? Das erklärten die Experten der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Neustadt-Süd den nicht durchwegs begeisterten Waldbesitzern.

Das Thema stieß dennoch auf großes Interesse. 40 Teilnehmer begrüßte der Geschäftsführer Michael Bock im Wald von Bürgermeister Dr. Karl-Heinz Preißer bei Glaubenwies. Dort führt die FBG eine Durchforstung im Kombiverfahren durch, denn ein Harvestereinsatz war nicht erwünscht.

Einschlag per Hand

Bei dieser Technik ist ein Vorbauprozessor an einen MB-Trac mit Dreipunktaufhängung montiert. Zudem ist diese Zugmaschine mit einem Kran und einer Seilwinde ausgestattet. Der Einschlag erfolgt von Hand, die Bäume werden dann gegebenenfalls mit der Seilwinde herangezogen, per Kran auf den Prozessor platziert, entastet und abgelegt. Bäume mit bis zu 48 Zentimetern Durchmesser können so bearbeitet werden.

"Dieses Gerät ist nur halb so schwer wie ein Harvester und verdichtet den Boden nicht so stark", erläuterte Bock die Vorteile. Zudem seien die Rückegassen nicht so breit und könnten variabler angelegt werden. Eigentlich war dieser Prozessorkopf das Vorgängermodell des späteren Harvesters.

Nach der Vorführung gab es dann auch konträre Meinungen der durchwegs fachkundigen Beobachter. Vor allem die Privatwaldbesitzer waren begeistert, da die Holzernte schonender erfolge, während andere von einer veralteten Technik sprachen. "Jeder Waldbesitzer kann selbst entscheiden, wie sein Holz geerntet wird. Dieses Verfahren ist nur eine Möglichkeit", stellte Geschäftsführer Bock fest. Revierförsterin Andrea Sauer fand, dass diese Erntetechnik eine "sehr gute Alternative zwischen dem rein händischen Holzeinschlag und dem Harvestereinsatz" sei. Mit dem Betreiber Josef Rohrmüller aus dem Raum Oberviechtach führten die Waldbesitzer anschließend noch lebhafte Diskussionen.
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