Schützenhilfe vom Klostergeist

Heribert, der Klostergeist (Mitte), unsichtbar für Menschen mit schwarzem Herzen, greift ins Geschehen ein, nachdem Domkapitular Hansemann die Nonnen nicht erhören will. Bild: lpr

Schwester Pankrazia pafft, was das Zeug hält, Schwester Appolonia zwitschert gerne ihren Selbstgebrannten. Im Kloster Abendrot lässt es sich leben. Wie gut, das erfuhren die Zuschauer bei der Theaterpremiere im "Spaßettl".

Nur zu dumm, dass im Kloster der Domkapitular auftaucht und ganz andere Pläne mit dem Bauwerk hat, als dort gemütlichen einen "Klosterfrau-Narzissengeist" zu trinken. Gottseidank gibt es aber noch Heribert, den Klostergeist, der letztendlich auf seine geistreiche Art alles zum Guten lenkt.

Mit Dachbod'n Musi

Bevor aber die Besucher des amüsanten Dreiakters "Heribert, der Klosterfrau-Narzissengeist" einen Blick hinter die Klostermauern werfen konnten, spielte am Premierenabend die Dachbod'n-Musi zünftig auf. Die fünf Mädels um Birgit Vogl hatten ebenfalls Premiere, sprich ihren ersten öffentlichen Aufritt, und meisterten diesen mit Bravour. Theater-Chef Ludwig Prögler lud schließlich die Besucher ein, Kloster-Luft zu schnuppern, und dankte allen Helfern vor und hinter den Kulissen, darunter die Bühnenbauer und -malern Ludwig Zangl, Konrad Blattmeier, Erich Zwick, Axel Gräfe, Christian Bock, Paul Reitinger und Claudia Babl.

Lautes Jammern erfüllt die Bühne, als sich der Vorhang hebt: Schwester Pankrazia (Ingrid Fersch), in einer Hand eine Zigarre, in der anderen eine riesige Spritze, will gerade Bürgermeister Egon Dünkel (Axel Gräfe) auf ihre Art kurieren, weil ihm ein mächtiger Hexenschuss zu schaffen macht. Auch Pfarrer Albert (Martin Voith) klagt über Schmerzen im Rücken und hofft auf die Hilfe der Nonne. Schwester Appolonia (Marion Schindler), schwerhörig und dem Alkohol nicht abgeneigt, schwört dagegen bei diversen Wehwehchen auf ihren selbstgebrannten Klosterfrau-Narzissengeist. Es geht also alles seinen gewohnten Gang im Kloster Abendrot.

Dort ist auch Karl (Matthias Pregler), Mädchen für alles, "dahoam", den ein gesunder Appetit auszeichnet. Schwester Gottfrieda (Monika Wallner) versucht, die Ruhe zu bewahren, fährt dann aber doch aus der Haut, als sie mitbekommt, dass der Orden aufgelöst und die Nonnen auf andere Klöster aufgeteilt werden sollen. Das Bistum schickt aus diesem Grund Domkapitular Hansemann (Ludwig Zangl), der dem unchristlichen Gelage ein Ende bereiten soll. Im Gefolge hat er Frau von Suppenhahn (Lisa Bücherl) und Ernst Schnappes (Bernhard Königsberger), die jedoch ihre eigenen Pläne mit der Klosteranlage haben.

Kein Wunder, dass die Schwestern verzweifeln und sogar in Streik treten wollen. Doch da naht aus dem Kamin unerwartete Hilfe: Heribert, der ungewaschene Klostergeist (Lukas Prögler), unsichtbar "für Menschen mit schwarzen Herzen und bösen Zungen".

Finale mit Sister Act

Öko-Uschi (Lisa Scherr), die nicht selten einen Joint durchzieht, hat sein Kommen bereits vorhergesagt und ist daher überhaupt nicht überrascht, als er beginnt, seine Mission zu erfüllen. Und die hat es in sich, wie die amüsierten Theaterbesucher miterleben dürfen. Dem Ganzen die Krone setzt schließlich noch die Frau des Bürgermeisters (Renate Zimmermann) auf, die Besen schwingend ihrem Gatten die Leviten liest. Am Ende wird alles gut - die Nonnen singen und tanzen auf der Bühne: Sister Act lässt grüßen.

Mit dem kurzweiligen Dreiakter aus der Feder von Beate Irmsch haben sich die Tiefenbacher Theater-Cracks wieder einmal selbst übertroffen. Das Schmink-Team Lissy und Helmut Schneider sowie Chrissy Wachter, Souffleuse Lydia Bücherl und die Techniker Christian Bock, Andreas Babl und Sebastian Meier tragen ihren Teil dazu bei, dass das Stück schon jetzt als Erfolg verbucht werden kann. Erstmals führt dabei Renate Zimmermann Regie, und sie hat ihre Feuertaufe mit Bravour bestanden.

Zu sehen ist die Komödie nochmals morgen, Samstag, und am Sonntag jeweils um 19.30 Uhr im "Spaßettl", Einlass ab 18.30 Uhr, sowie am Sonntag um 14 Uhr (Einlass 13 Uhr). Weitere Abendvorstellungen sind am 27., 28. und 29. November. Karten (nur für die Abendvorstellungen) gibt es im Vorverkauf zu den üblichen Öffnungszeiten in der Sparkasse sowie an der Abendkasse. Die Sitzplätze sind nummeriert.
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