Schuldenabbau ganz oben

"Ein bisschen Bauchweh" habe er schon, meinte Alexander Radlbeck mit Blick auf die Pro-Kopf-Verschuldung bei der Verabschiedung des Haushalts. Die Gemeinde erhält heuer keine Schlüsselzuweisungen, muss aber fast dreimal so viel Kreisumlage als im Schnitt der Vorjahre berappen.

Pirk. (bgm) Dieter Schobert, Geschäftsstellenleiter der VG Schirmitz, stellte den Gemeinderäten das Zahlenwerk von Kämmerer Sven Lederer vor. Das Gesamtvolumen beträgt 7 239 234 Euro und fällt damit um gut 600 000 Euro niedriger als im Vorjahr aus. Auf den Verwaltungsetat entfallen 5 070 447 Euro, auf den Vermögenshaushalt gut 2 168 787 Euro.

Haupteinnahmequelle ist die Gewerbesteuer. 2015 rechnet der Kämmerer mit 2 170 000 Euro. Dabei beträgt der Hebesatz für die Gewerbesteuer - ebenso wie für die Grundsteuern A und B - 340 vom Hundert. Aus dem Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer werden 810 000 Euro in die Gemeindekasse fließen. Durch die Kanalbenutzungsgebühr - sie beträgt 2,75 Euro je Kubikmeter - kann Pirk mit Einnahmen in Höhe von 200 000 Euro rechnen. Für frisches Wasser aus der Leitung zahlen die Pirker 1,81 Euro je Kubikmeter - macht in Summe voraussichtlich 185 000 Euro für die Gemeinde. Aus der Schulumlage fließen ihr voraussichtlich 190 000 Euro zu.

Kreisumlage in Brocken

Die vor zwei Jahren enorm hohen Gewerbesteuereinnahmen von annähernd drei Millionen Euro rächen sich jetzt bei den Schlüsselzuweisungen. 2015 gibt es keine und auch 2016 bis 2018 wird nicht mit Schlüsselzuweisungen gerechnet.

Auf der Ausgabenseite ganz oben steht die Kreisumlage, die mit 1 586 019 Euro zu Buche schlägt - nach 610 029 Euro im Vorjahr. "Der riesen Posten resultiert aus den hohen Gewerbesteuereinnahmen vor zwei Jahren", erklärte Schobert. Um gut 10 000 Euro erhöht hat sich die Umlage an die VG Schirmitz, die jetzt 227 164 Euro beträgt. Die Gemeinde beschäftigt drei Vollzeitkräfte und einen Saisonarbeiter, für die zusammen 185 300 Euro an Lohn- und Lohnnebenkosten fällig werden.Der Personal- und Betriebskostenzuschuss für den Kindergarten beträgt 125 000 Euro. Für den Unterhalt der Gemeindestraßen werden 120 000 Euro fällig Die Löhne für die Beschäftigten der Josef-Faltenbacher-Schule betragen gut 100 000 Euro.

Der Schuldenstand soll mit einer Tilgung in Höhe von 155 774 Euro auf 2 456 297 Euro reduziert werden. Die Pro-Kopf-Verschuldung sinkt von 1524 auf nur noch 1353 Euro zum Jahresende. "Die Verschuldung ist noch ein Problem", räumte Bürgermeister Michael Bauer ein. "Im Großen und Ganzen können wir mit dem Haushalt gut leben", meinte Martin List, gab aber zu bedenken, dass man etwa beim Kindergarten mehr hätte kämpfen können. "Mir wäre es wichtig, die Pro-Kopf-Verschuldung zurückzufahren", mahnte Radlbeck. Lorenz Gebert rechnet damit, dass man in zwei Jahren unter die 1000-Euro-Marke komme. 2016 sind die nächsten außerordentlichen Sondertilgungen möglich. "Die beiden Anmerkungen zur Sondertilgung stehen bei mir ganz oben", versicherte der Rathauschef. Die Räte beschlossen das Zahlenwerk einstimmig.

Ja zu Bauvorhaben

Das Grundstück mit der Flurnummer 180/5 von Gabriele Waldhier in Enzenrieth darf grundsätzlich bebaut werden. Eine entsprechende Bauvoranfrage beschied der Gemeinderat positiv. Auch dem Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Doppelgarage in Pirk durch Ramona Forster und Thomas Beer steht nichts entgegen. Reinhold Seidl darf auf seinem Betriebsgelände in Hochdorf einen Carport mit 19,30 Metern Länge und 7,25 Metern Breite errichten. Die Jugendblaskapelle Pirk kann am 14. März wieder ihr Starkbierfest in der Schulturnhalle feiern.
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