Schupfner schnupft die Herren

Es ging wieder einmal um Millimeterbruchteile: Beim Königsschießen boten die Zessauer Eichenlaub-Schützen großen Sport - und eine Frau zeigte ihren Konkurrenten, wo die schwarze Zehn liegt.

"Unsere Schützen haben wieder recht akzeptable Ergebnisse erzielt", urteilte Schützenmeister Roland Thomas bei der gut besuchten Königsfeier der Schützengesellschaft "Eichenlaub" im neuen Gemeinschaftshaus. Das nennt man wohl Understatement, denn die Zessauer und Weihersberger brauchten sich hinter dem großen Bruderverein aus Preißach nicht verstecken. Vor allem Schützenliesl Gabi Schupfner verfehlte mit ihrem 73-Teiler, was einem handfesten "Zehner" entspricht, die Schießscheibenmitte nur um einen knappen Dreiviertelmillimeter.

Zehnerschüsse landeten gleichfalls Schützenkönig Herbert Ackermann (246-Teiler) und Luftpistolenkönig Michael Eichermüller (464-Teiler). Und auch die Zweit- und Drittplatzierten hatten sich ihre Wurstketten und Riesenbrezen mit Treffern im Zehner- und Neuner-Bereich redlich verdient (siehe Kasten). Mit der Königskette der Schützenjugend, die sich diesmal zu Roland Thomas' Freude besonders rege am wichtigsten Wettbewerb des Zessauer Schützenjahrs beteiligt hatte, durfte sich Magdalena Wittmann (853-Teiler) schmücken.

Feinarbeit beim Messen und Rechnen war bei der Auswertung der Resultate im Wettstreit um die Luftgewehr-Meisterscheibe nötig, denn gleich vier Schützen brachten es hier auf je 95 Ringe. Am Ende gaben die Ergebnisse der letzten und vorletzten Schüsse den Ausschlag: Die begehrte Trophäe ging an Margitta Landgraf vor Kaspar Nettesheim, Birgit Wegmann und Roland Hösl. Ebenfalls mit je 95 Ringen reservierten Vize-Luftgewehrkönig Kaspar Nettesheim und Margitta Landgraf die Wanderpokale der Schützen- und der Damenklasse für sich. Außer dem Luftpistolen-Vizekönigstitel holte Hubert Wittmann mit 85 Ringen den Pokal und die Meisterscheibe der Luftpistolenschützen, den Jugend-Wanderpokal gewann Anna-Maria Wittmann (77 Ringe).

Für die Vereinsmeistertitel qualifizierten sich Roland Hösl mit 2215 und Birgit Wegmann mit 2219 Ringen. Nicht einmal Haaresbreiten entschieden das Ergebnis in der Konkurrenz um die Glücksscheibe: Die "erschoss" sich Silke Reindl mit einem 6-Teiler vor Roland Hösl (8-Teiler) und Birgit Wegmann (15-Teiler). Mit einem nicht minder achtunggebietenden 13-Teiler errang Bernhard Hösl die Gedächtnisscheibe vor Roland Hösl (43-Teiler) und Dr. Wolfgang Gebel (47-Teiler). Gebel ging dafür als Sieger aus dem Lotterieschießen um die Standeröffnungsscheibe hervor, die weiteren Plätze belegten hier Carmen Pepiuk, Anna-Maria Wittmann, Peter Ackermann und Christian Maier.

Als vorbildlich lobte Bürgermeisterin Carmen Pepiuk das sportliche Niveau der Eichenlaub-Schützengesellschaft und auch den Gemeinschaftsgeist: "Ein Verein kann nur bestehen, wenn seine Mitglieder ihm uneigennützig die Treue halten." Basis für den Erfolg und Garant für seine Zukunft sei insbesondere die sorgfältige Jugendausbildung. Für diesen Zweig der Vereinsarbeit stellte Pepiuk ihren Geldpreis aus dem Standeröffnungsschießen zur Verfügung: "Dort ist das Geld am besten aufgehoben." Nach der Preisvergabe feierten und tanzten die Schützen zur Musik von Klaus Rabenstein aus Warmensteinach noch bis weit in die Nacht hinein.
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