Schwachstellen am Haus sichern

Schlimmer als der angerichtete Schaden ist oft die mentale Belastung, dass jemand in das vermeintlich sichere Eigentum eindringen konnte.

"Acht Sekunden reichen einem Einbrecher, um eine Terrassentür gewaltsam zu öffnen": Der Satz von Wolfgang Sennfelder erschreckt die Mitglieder der Eigenheimervereinigung Neukirchen doch etwas.

Die praxisnahe Aufklärung über Wohnungseinbrüche und den Schutz davor bescherte ihnen eine spannende Ergänzung ihrer Jahresversammlung. Dafür sorgten Powerpoint-Bilder und praxisnahe Beispiele, die der kriminalpolizeiliche Fachberater mitgebracht hatte.

Es verblüffte manchen Zuhörer, dass ein Einbrecher nur einen Schraubenzieher braucht, um innerhalb kürzester Zeit über Tür oder Fenster in ein Haus zu gelangen. Die früher üblichen Beschläge hebelt er in Sekundenschnelle aus. "Schutz davor bietet nur der Austausch dieser Schwachstellen", erklärte Sennfelder. Er empfahl, das von Fachfirmen wie Schreinereibetrieben erledigen zu lassen.

Gleiches gelte für Türschlösser älterer Bauart und Kellerschächte. Angebracht sei aber auch Aufmerksamkeit, wenn sich Unbekannte in der Nachbarschaft verdächtig benehmen. Oft spähen Einbrecher den Tatort vorher erst einmal aus.

Die Beispiele machten die Hausbesitzer nachdenklich. Seinen Appell, die Gefahr durch Einbrecher nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, unterstrich Wolfgang Sennfelder mit einer Erkenntnis der Polizei: "Schlimmer als der angerichtete Schaden ist bei den Betroffenen oft die mentale Belastung, dass jemand in das vermeintlich sichere Heim eindringen konnte."

Viele Serviceangebote

Von den 102 Mitgliedern der Eigenheimervereinigung Neukirchen kam nur ein kleiner Teil in den "Neukirchener Hof", um sich die Bilanz für 2014 anzuhören. Vorsitzender Günther Weinfurtner listete zwei Heizöl-Sammelbestellungen, eine Feuerlöscherprüfung, etliche Gratulationen und eine Wanderung auf. Der Verein verleiht Vertikutierer, Rasenmäher und Ostbaumspritze sowie neuerdings auch ein Gerüst.

Von diesen Angeboten erhofft sich der Verein neue Mitglieder. "Auch Wohnungseigentümer können dazustoßen", ermunterte Weinfurtner. Sein Stellvertreter Gerhard Knaack lobte die gute Zusammenarbeit im Vorstand.

Kassier Werner Linhart bilanzierte eine solide Finanzlage. Seine Zahlen bestätigten die Prüfer Hermann Weidner und Michael Dietl. Im Protokoll erinnerte Schriftführer Walter Pilhofer an die Versammlung vor einem Jahr.

Wertvolle Tipps

Von der guten Arbeit der Eigenheimervereinigung zeigte sich Bürgermeister Winfried Franz überzeugt. "Die Veranstaltungen und Informationen kommen der Bevölkerung zugute und bringen manch wertvollen Tipp", erklärte er.

Ausbaubeiträge abschaffen

Kreisvorsitzender Siegfried Kleinert sprach das Thema Straßenausbaubeiträge an. Das Kommunalabgabengesetz lasse sie zu, wenn eine Straße erneuert wird, aber nicht bei reinen Reparaturen. Er plädierte dafür, sie abzuschaffen. Stattdessen solle die Mineralölsteuer der Autofahrer, die bisher großteils in den allgemeinen Haushalt fließe, zielgerichtet für den Straßenunterhalt verwendet werden.

Eine angenehme Aufgabe war es für Günther Weinfurtner, Angelika Wiemann für ihre 20-jährige Zugehörigkeit zum Verein zu ehren.
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