"Schwammerl-Samen" für den Garten

Eine Geschichte, die auf Tatsachen beruht und an den Stammtischen der Rußweiherstadt lange Zeit für große Heiterkeit gesorgt hat, gibt Hans Wöhrl beim "Schwammerlgespräch" noch schmunzelnd preis: Hans Grünwald (späterer Bürgermeister), Rudolf Regner und Ludwig Ficker, die damals alle Bedienstete der Stadt waren, waren zu Beginn der 1970er Jahre einem Betrüger auf den Leim gegangen.

Dieser hatte es tatsächlich fertig gebracht, den drei Männern für 47 Mark "Schwammerl-Samen" zu verkaufen. Nachdem der "Samen" lange nicht aufgegangen war, vertraute sich einer der Käufer am Stammtisch Hans Wöhrl an. "I hob mir damals as Lach'n verbeißen müssen", erzählt der ehemalige Stadtförster. Und er dachte sich sofort einen Schabernack aus. Da er in der Waldabteilung "Glutschaufel" einen Platz mit Unmengen an Steinpilzen wusste, grub er 17 kleiner Exemplare davon aus und "pflanzte" sie im Garten von Rudi Regner ein. Als die beiden anderen Pilzzüchter diesen fragten, ob bei ihm schon etwas aufgegangen sei, sagte der Rudi wahrheitsgetreu: "Ja, bei mir scho."

Nachdem sich beide staunend davon überzeugt hatten, warteten sie voller Sehnsucht darauf, dass auch bei ihnen bald Pilze sprießen. "Kumma is natürli nix", lacht Hans Wöhrl. Eine Analyse habe ergeben, dass es sich bei dem "Schwammerl-Samen" um gemahlene Dachziegel gehandelt hat. "Und des is fei koa Jägerlatein", betont er. (gpa)
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