Schwandorf.
Hintergrund Schenkung an die Stadt

(eld) Dass das Kriegstagebuch des ehemaligen Stadtkämmerers Albert Pirtsch nach Jahrzehnten heimgekehrt ist, ist nach den Worten von Archivar Josef Fischer "reiner Zufall". Eine Frau kam mit einer Freundin ins Archiv, um Nachforschungen über ihren Großvater anzustellen. Beiläufig erwähnte Christa Merkelbach: "Ich hab' noch das Original-Kriegstagebuch." Fischers Neugier war sofort geweckt. "Kann ich das mal sehen." Er durfte das schwarze Buch mit dem roten Schnitt nicht nur sehen, die Enkelin von Albert Pirtsch schenkte es der Stadt.

Der Studiendirektor a. D und Historiker Erich Zweck begann heuer mit der Bearbeitung. Er übertrug die handschriftlichen Aufzeichnungen, bis auf das Deckblatt in Sütterlin, in die heutige Schreibschrift. Zweck achtete auf den Schreibstil, besserte Rechtschreibfehler aus, ließ aber Besonderheiten wie die bayerische Vergangenheitsform "angezunden" stehen. Er ordnete das subjektiv Erlebte durch historische Quellen in einen größeren Kontext ein. Leicht war die Transkription nicht, in zweierlei Hinsicht schon gar nicht: zum einen waren es militärische Bezeichnungen und Abkürzungen, zum anderen Ortsnamen, "besonders ungarische und rumänische". Doch Zweck wollte es genau wissen und hat bis auf einige wenige alle entschlüsselt.

Das Originaltagebuch ist neben zwei weiteren in der Ausstellung "Kriegs-Sterbe-Bilder" im Stadtmuseum donnerstags und sonntags sowie nach Vereinbarung bis 8. Februar zu sehen. Das Buch "Ein Schwandorfer Soldat im 1. Weltkrieg" gibt es für 8,50 Euro im Stadtmuseum und im Touristikbüro zu kaufen. (eld)
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