Schwarzstörche bekommen vier Alternativen geboten
Der Horst ist weg

In diesem Baumwipfel war 2014 noch der Horst der Schwarzstorch-Familie. Bild: Jenne
Der Schwarzstorch-Horst, der im vergangenen Jahr kurzzeitig den Bau der beiden Windräder bei Hagenohe zu gefährden schien, existiert nicht mehr. Dass die Baumspitze, in der sich der Horst befand, gekappt wurde, hat Emil Jenne am Ostermontag entdeckt. Der Umweltschützer aus Thurndorf (Gemeinde Kirchenthumbach) war 2014 auch schon als Erster auf den Horst gestoßen, in dem ein Paar Schwarzstörche seinen Nachwuchs aufzog.

Kein Baustopp

Da daraufhin kein Baustopp angeordnet worden war, wie Jenne gehofft hatte, reagierte er mit einer Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Landrat Richard Reisinger und zwei Mitarbeiter der Höheren Naturschutzbehörde bei der Regierung der Oberpfalz. Alle drei wurden aber als unbegründet zurückgewiesen. Jetzt stieß Jenne auf Spuren von Steigeisen auf einer Seite des Baumes, die von Ästen befreit worden war. "Die Baumspitze mitsamt dem Horst ist komplett verschwunden", schreibt er in einer E-Mail an unsere Zeitung. Am Boden lägen noch Reste des Horstes und eine Storchenfeder. Jenne hält es für möglich, dass diese Beseitigungsaktion "auf behördliche Veranlassung" geschah - und liegt damit richtig.

Laut dem Auerbacher Bürgermeister Joachim Neuß und Geschäftsführer Toni Frank vom Windkraft-Projektierer Voltgrün hat das Landesamt für Umwelt den Vorschlag erarbeitet, den derzeit noch leeren Horst "zurückzubauen". Damit habe man auf die auch von Jenne attestierte Gefährdung der Schwarzstörche durch die unmittelbare Nähe zu einem der Windräder reagiert. Voltgrün sei verpflichtet worden, anstelle des alten Nistplatzes vier Alternativstandorte in der Umgebung anzulegen.

Von Biologen ausgesucht

"Sachkundige Biologen haben die Standorte ausgesucht, die Höhere Naturschutzbehörde hat sie uns vorgegeben", schildert Toni Frank den Ablauf. Man habe dort aber keinen fertigen Horst errichten müssen, sondern "für Möglichkeiten gesorgt, dass die Tiere erleichtert Nistplätze schaffen können". Das sei durch Plattformen aus Eichenbohlen geschehen, die man auf den ausgesuchten Bäumen angebracht habe.
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