Schwierigkeiten beim Spenden sammeln für den griechischen Tempel
Ackern für die Glyptothek

Willi Koch (rechts) und eine ganze Reihe von Unterstützern auf dem Feld, auf dem einmal die Glyptothek stehen soll (von links): Hans Haller (Förderverein), die Bürgermeister Josef Gilch (Ebermannsdorf), Brigitte Bachmann (Birgland), Alwin Märkl (Freudenberg), Dieter Dehling (Illschwang), Wolfgang Herzer (Kulturkooperative Oberpfalz), Bürgermeister Roland Strehl (Kümmersbruck), der Amberger Kulturamtsleiter Thomas Boss und Bundestagsabgeordnete Barbara Lanzinger. Bild: Steinbacher

Es ist Erntezeit in Etsdorf. Die Bauern bringen den Mais ein. Künstler Wilhelm Koch muss auf seine "Ernte" noch warten. Das Projekt Glyptothek müsse noch wachsen und reifen, sagt er. "Aber es geht voran."

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen und schwierig gestaltet sich auch das Sammeln der Spenden für den griechischen Tempel, der einmal auf dem Alten Berg bei Etsdorf ins weite Land grüßen soll. Erst gestern konnte Künstler Wilhelm Kock ein weiteres Steinchen in sein Finanzierungs-Mosaik einfügen. Eine Glasbaufirma aus Wunsiedel erklärte sich bereit, das Material für den gläsernen Kubus im Innern des Kunstwerks zur Verfügung zu stellen.

"Wieder so eine Geschichte", kommentiert Koch diesen neuerlichen kleinen Erfolg. "Es wächst und reift." Mit "es" meint der gebürtige Etsdorfer nichts weniger als die logische Fortführung der Walhalla bei Donaustauf. "Die Walhalla Deutschland gewidmet. Die Glyptothek Europa." Der Europagedanke spielt eine zentrale Rolle bei dem Kunstprojekt, für das der Freudenberger Gemeinderat im Juni 2008 grünes Licht gegeben hat.

Koch sieht eine ganze Reihe von Bezügen zwischen dem geplanten Bauwerk und dem sich einenden Europa: den Standort an der Deutschland und Tschechien verbindenden Autobahn A 6 (Via Carolina), den Verweis auf die Wiege der Demokratie - Griechenland, das bürgerschaftliche Engagement als tragende Säule des europäischen Gemeinwesens. Nun könnte Europa selbst sein Scherflein zur Verwirklichung des Bauplanes beitragen. Denn möglicherweise gibt es Fördergelder über das sogenannte Leader-Programm der Europäischen Union.

"Wir müssen jetzt sehen, wie wir staatliche Unterstützung für dieses einzigartige Vorhaben organisieren können", sagt CSU-Bundestagsabgeordnete Barbara Lanzinger. Sie hatte Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Kultur für Montagvormittag zu einem Ortstermin bei der künftigen Baustelle nach Etsdorf eingeladen. Neben einer Leader-Förderung gebe es noch andere Optionen, erklärte Lanzinger. Diese müssten nun ausgelotet und auf den Weg gebracht werden. Auch den neuen Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl hatte die Abgeordnete ins Boot geholt. Er zeigte sich recht angetan von dem Projekt, auch weil er sich während seines Studiums intensiv mit dem Bau der Walhalle beschäftigt hatte. "Ludwig I. hatte damals mit den gleichen Problemen zu kämpfen", sagte er augenzwinkernd zu Wilhelm Koch.

Appl machte den Vorschlag, die künftige Glyptothek als "Ort der politischen Bildung" zu etablieren. Für solche Einrichtungen gibt es Zuschüsse von der in Bonn ansässigen Bundeszentrale für politische Bildung. "Wir kommen Schritt für Schritt voran", freut sich Koch.
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