Schwitzen gegen Feuchtigkeit

In Handarbeit legen Hausherr Gerald Braun und seine Familie die Kellergewölbe in Schloss Riglasreuth frei. Die Bögen sind nicht nur schön anzuschauen, das Untergeschoss erfüllt auch eine wichtige Aufgabe. Bild: hfz

Schloss Riglasreuth ist lange nicht fertig, und doch halten die Reisebusse davor. Die Besucher interessierten sich für die Sanierungsarbeiten. Der Hausherr berichtete, dass diese derzeit wenig filigran, vielmehr sehr schweißtreibend sind.

Wie im vergangenen Frühjahr machte ein Reisebus aus Mittelsachsen Halt in Riglasreuth, um das historische Schloss zu besichtigen. Die Reisegruppe unter der Leitung von Falk-Uwe Langer von der sächsischen Denkmalschutzbehörde war in die Region gekommen, um verschiedene Baudenkmäler zu besichtigen.

Schloss Riglasreuth interessierte die Gäste besonders, weil sie hier die laufenden Sanierungsmaßnahmen beobachten konnten. Schlossherr und Architekt Gerald Braun gab der 35-köpfigen Reisegruppe Einblicke in die Geschichte des Baus, aber auch in seine praktischen Erfahrungen aus der täglichen Arbeit mit der historischen Bausubstanz.

Die Besucher wagten sich auch in die inzwischen fast vollständig freigelegten Katakomben, wo Gerald Braun seit gut vier Monaten mit Hilfe seiner Familie arbeitet. Bisher haben die Helfer rund 250 Kubikmeter Erdreich in Handarbeit aus dem Gewölbekeller geholt.

Braun ist am Bauamt der Stadt Marktredwitz unter anderem für den Denkmalschutz zuständig. Unter Experten erläuterte er den Gästen, dass die Baumeister im Mittelalter sehr klug gebaut hätten. Weil an der ehemaligen Burg- und Wehranlage der Grundwasserspiegel sehr hoch liegt, hatten sie im 15. Jahrhundert das Erdgeschoss als Hochparterre ausgeführt. So blieben auch die Kellerräume oberhalb des Grundwassers. Ihr Hauptzweck lag darin, aufsteigende Feuchtigkeit durch Querlüften abzuleiten, um so die Mauern trocken zu halten.

In den 1960er Jahren war die Bedeutung der Keller in Vergessenheit geraten und sie wurden verfüllt, sehr zum Schaden des Baus. Das aufgefüllte Erdreich wirkte wie ein Schwamm, so dass nach wenigen Jahren die dicken Wände aus Bruchsteinmauerwerk völlig durchnässt waren. Schwere Fäulnisschäden an den Holzbalken und Böden waren die Folge. Braun schilderte, wie die Keller nun freigelegt werden, damit sie ihren ursprünglichen Zweck erfüllen können. Beeindruckt brachen die Besucher in Richtung Erbendorf zum nächsten Ziel auf. Auch im kommenden Jahr will die Gruppe Riglasreuth besuchen, um sich über den Baufortschritt zu informieren.
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