Schwung und ganz viel Gefühl

Glenn Miller trifft auf Zoigl. Dass das funktioniert, bewies die "Metro Big Band" am Schafferhof.

"Ein richtiges Glenn-Miller-Schnulzerl" kündigte Lothar Kiehl (Tenorsaxophon) an. Damit meinte er die bekannte "Sentimental Journey", eine Melodie zum Schwofen, Schmunzeln, Träumen. An diesem Nachmittag war sowohl der Zuschauerraum in der Tenne im Schafferhof proppenvoll als auch die Bühne: 17 Musiker und 2 "Quotenfrauen" (Susanne Pausch, Altsax und Klarinette, und Monika Nickl, Altsax) quetschten sich bis unter die Treppe.

Miller begeistert noch immer

Unter Bandleader Roland Riedlbauer (E-Gitarre, Gesang) und mit Sängerin Bettina Mildner fegte Glenn-Miller-Sound von der Bühne, viele bekannte Melodien, die sich sofort in die Gehörgänge schmeichelten. Das Publikum war "In the Mood" zu tanzen oder zumindest mitzusingen und mitzuschnippen. Denn wer kennt nicht "Chattanooga Choo Choo", "String of Pearls", Pennsylvania 6-5000", und wie sie alle heißen? Die Freunde des Jazz und Swing kamen voll und ganz auf ihre Kosten.

Besonders der 14-köpfige Bläsersatz sorgte für den beschwingt kräftigen Sound. Glenn Millers Musik, die zwischen 1930 und 1944 entstand, begeistert auch heute noch generationenübergreifend. Sein früher Tod beendete eine große Karriere. "Man munkelt", sagte Moderator Kiehl humorvoll, "dass die Seele von Glenn Miller in Bert Kaempfert wiedergeboren wurde." Zum Beweis spielte die Band den Kaempfert-Hit "L.O.V.E.". Großartig interpretierte Sängerin Bettina Mildner, die seit letztem Jahr zur Truppe gehört, mit kräftig souliger Stimme den Hit. Auch mit anderen Soul- und Jazz-Klassikern, wie "A-Tisket A-Tasket", damals gesungen von Ella Fitzgerald, "As Long As I'm Singing" von Bobby Darin oder "Respect" von Aretha Franklin aus dem "Blues Brothers"-Film begeisterte sie das Publikum. Stürmisch gefeiert wurden die Soli der Bandmitglieder, besonders "Jung-Talent" Benny Jung (Posaune) bei "All of me", gesungen von Bettina Mildner, und seine temperamentvolle Interpretation von "Respect" ernteten Applaus und Pfiffe.

Das Konzert war ein Wechselbad an Gefühlen, von sanft, swingend und leise, mit saxophonlastigen Melodien (Lothar Kiehl, Dr. Reinhard Roth, Günter Geiß, Klaus Hirn), sanft untermalt vom Piano (Johann Karl), oder mitreißend mit Posaunen und Trompeten (Hubert Näger, Sigi König, Reinhold Spitzkopf und Kollegen). "Queen Bee" und "Shiny Stockings" von Count Basie entführten die in die Ära des 30er und 40er Jahre. Aus seinem sanften "Moten Swing" rüttelte ein monströser Bläsersatz wach. Drummer Klaus Waldhier drosch bei seinem Solo so begeistert auf sein Instrument, dass der Drumstick ins Publikum segelte.

Auftritt in St. Felix

Gemütlich swingte die Band dagegen wieder beim "Elmers Tune", geschrieben von Elmer Albrecht, Sammy Gallop und Dick Jurgens, mit einschmeichelnden Saxophonen. Die Begeisterung des Publikums "nötigte" die Band schließlich zu zwei weiteren Zugaben, wobei aus den hinteren Reihen ganz laut "mit Sängerin" gewünscht war. So würzte nochmals Bettina Mildners dunkles Jazz-Organ den Big-Band-Sound. Am 4. Juli spielt die Band beim "Ugandafest" im Garten der Klosterkirche St. Felix. Der Erlös ist für die Schulpatenschaft der Mission in Uganda bestimmt.
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