Seelische Verwundungen

Bereits vorgezogen wurde der Volkstrauertag in Pittersberg. Beim Gedenkgottesienst von Feuerwehr und Pfarrei hob Ruhestandspfarrer Josef Beer in seiner Predigt hervor, das dieser Tag ein wichtiger Gedenktag für den Frieden im Lande und auf der Welt sei. Die zurückliegenden Weltkriege hätten tiefe, seelische Verwundungen und Leid dem jeweiligen Volk gebracht. "Wir müssen uns mit allen Kräften gegen Kriege stemmen", so der Geistliche. Die Europäische Union sei dazu nach dem Kriege aufgebaut worden.

Schnell gewichen

Die Jugendblaskapelle Ebermannsdorf unter Leitung von Sepp Lobenhofer umrahmte die Eucharistiefeier festlich. Die Feuerwehren der Pfarrei, ebenso die Bergschützen, waren mit Fahnenabordnungen zur Kirche gekommen, "um Flagge zu zeigen". Bürgermeister Josef Gilch nutzte die Gelegenheit, um auf die Schrecken der beiden Kriege hinzuweisen. Die Hoffnung auf eine kurze kriegerische Auseinandersetzung am 1. August 1914 sei damals ganz schnell einem vierjährigen, grausamen Krieg gewichen. Alleine aus Pittersberg waren Ende des Jahres 1918 37 Menschen gefallen oder vermisst. Und 20 Jahre später sei es Hitler gelungen, sein eigenes Volk sowie die Verbündeten zu täuschen. Der totale Krieg habe 1945 im großen Trümmerhaufen und in der Vertreibung von Millionen Sudetendeutschen geendet. "Wir müssen auch heute", so Gilch weiter, "wach bleiben und täglich unseren eigenen Weg des Friedens gehen."

Mit Nebel

Am ausgeleuchteten Kriegerdenkmal - bei typischem Novemberabend mit Nebel - und in der Stille des Friedhofs legte der Bürgermeister mit Vertretern der Wehr einen Kranz zu Ehren der Toten nieder. Einer Gedenkstille und dem Choral der Blaskapelle folgte das Vaterunser. Fahnen der Vereine und Fackeln säumten das Denkmal und die Musiker ließen den "Guten Kameraden" erklingen.
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