Segen nach 48 Jahren

Die Feuerwehr Löschwitz-Kaibitz ist stolz auf ihre 130-jährige Geschichte. Zum Jubiläum stellen die Brandschützer am Wochenende ein großes Fest auf die Beine - zumal es noch einen Grund zum Feiern gibt.

Löschwitz/Kaibitz. (stg) Nach 48 Jahren können sie ihre noch kurbelbetriebene Pumpe ausmustern. Das neue Gerät erhält dann am Samstag, 13. Juni den kirchlichen Segen.

Die Gründung der Wehr geht auf das Jahr 1885 zurück. Das ist bekannt, jedoch: "Eine lückenlose Chronik der Wehr zu erstellen ist leider nicht möglich", bedauert Vorsitzender Willibald Bauer. Ältere Aufzeichnungen seien nicht vorhanden, viel Bekanntes gehe auf Erzählungen und Berichten früherer und älterer Kameraden zurück.

Überliefert ist, dass 1893 eine neue Handfeuerspritze sowie Ausrüstungsgegenstände angeschafft werden mussten. Da hierfür aber keine Geldmittel vorhanden waren, nahmen die Mitglieder ein Darlehen von 200 Mark zu 4,5 Prozent Zinsen auf. Dieses Darlehen zahlte die Wehr innerhalb von vier Jahren zurück. In späterer Zeit wurde unter Mithilfe der Bevölkerung ein Spritzenhaus errichtet. Das einfache Holzhaus nutzten die Brandschützer bis 1954. Einen Großeinsatz hatte die Wehr 1926, als sie Senkendorfer Mühle und ein weiteres Anwesen brannten.

Im Jahr 1951 schafften sich die Feuerwehrler eine TS 6 (Motorspritze) an, da die alte Handfeuerspritze nicht mehr den Anforderungen genügte. Zur Fahnenweihe war 1958 geladen worden, zwei Jahre später wurde das Feuerwehrhaus gebaut. 1967 bekamen ein neues Fahrzeug und eine neue Pumpe, die bis heute verwendet wird, den Segen vom damaligen Kastler Pfarrer Sebastian Steger. Gut 5000 D-Mark hatte die Wehr dafür investiert. Ab 1984 gingen ein Umbau und die Renovierung des Gerätehauses über die Bühne.

Auf 100-jähriges Bestehen blickte die Wehr 1985 zurück. 1987 erfolgte die Einweihung des umgebauten Feuerwehrhauses. Wenige Jahre später reiften die Überlegungen, das knapp drei Jahrzehnte alte Feuerwehrauto durch ein neues zu ersetzen. Dieses erhielt den Segen schließlich 1995 beim 110. Gründungsfestes. Im Laufe der folgenden Jahre wurde der Schulungsraum der Wehr modernisiert, die Fassade erhielt einen neuen Anstrich.

Rund 120 Mitglieder gehören heute der Wehr an. Neben der Arbeit im Feuerschutz kommt aber auch das Gesellige nicht zu kurz: Beispielsweise seit knapp 30 Jahren lädt die Wehr jedes erste Wochenende im Oktober zur Kirchweih ein. Die servierten Fische stammen aus dem Löschteich der Feuerwehr.
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