Segen vor Heiligsprechung

Köglitzer Kinder und Dr. Peter Schleicher (links) empfingen apostolischen Nuntius Nikola Eterovic vor der Theresienkapelle, in der er eine Andacht zelebrierte. Bürgermeister Werner Nickl (Dritter von rechts) trug die zu segndenden Gegenstände zum Altar. Bild: hl

Der Glaube versetzt Berge - und heilt Krebs. Davon ist Dr. Peter Schleicher überzeugt. Von einem Fall aus seiner Praxis berichtete er dem apostolischen Nuntius Nikola Eterovic bei dessen Aufenthalt in Köglitz.

Der Erzbischof hielt zum Abschluss seines Besuches in der Pfarrei Waldeck eine Marienandacht in der Theresienkapelle, in der er die Reliquien der Eltern der heiligen Theresia segnete. Um darzustellen, welche Kraft der Glaube an die Heilige innewohnt, zeigte Schleicher mit einer wahren Begebenheit auf. Bei einer langjährigen Patientin seien 20 Jahre nach einer Krebserkrankung erneut Metastasen aufgetreten. Ein Bittbrief von ihr sei unter das Kopfkissen der Heiligen gelegt worden. Klosterschwestern hätten eine Novene gebetet. Nach einigen Wochen seien aus unerklärlichen Gründen die Metastasen zurückgegangen und schließlich ganz verschwanden, berichtete der Mediziner. Das zeige, was fester Glaube und das Gebet sowie die Fürsprache der heiligen Theresia bewirken könnten.

Bilder von Theresias Eltern

Vom Wohnhaus von Peter und Irene Schleicher begleitete die Blaskapelle Kirchenthumbach Nuntius Eterovic zur Theresienkapelle. Dort hatten die Köglitzer Frauen einen Blumenteppich gelegt, die Kinder empfingen den Gast mit Blumen. Nach der Andacht, die er mit Prälat Karel Simandl und Ortspfarrer Heribert Stretz zelebrierte, segnete der Erzbischof das Bild der Eltern der heiligen Theresia von Lisieux, die Gebetsbilder der Eltern und eine Reliquie der Heiligen. Zélie und Louis Martin werden am Sonntag, 18. Oktober, heilig gesprochen.

Die Lektoren erzählten aus dem Leben der Eltern Zélie und Louis Martin. Während die Mutter einen klaren Blick für die Bedürfnisse, Freuden und Sorgen eines jeden einzelnen in der Familie gehabt habe, sei der Vater der Poesie, dem Gesang und dem Spiel zugetan und von der Liebe zur Natur und zum Vaterland geprägt gewesen. Einzig ihre Glaubensüberzeugung einte sie. Dazu gehörten das Familiengebet, die strikte Sonntagsheiligung, Werktagsmessen, das Befolgen der Fastenzeiten und die konkrete Hilfe für Menschen, die in Not geraten sind.

Neben dem aktiven Tun übten sie sich im Annehmen des göttlichen Willens. So bewältigten sie den Tod von vier Kindern. Als Zélie, mit 42 Jahren vom Brustkrebs gezeichnet, ihr eigenes Ende kommen gesehen habe, schrieb sie ihrer Tochter Pauline: "Ich beunruhige mich überhaupt nicht, weil ich alles in Gottes Hände lege."

Zeichen des Glaubens

Abschließend bedankte sich Dr. Peter Schleicher bei allen, die den Tag in der Pfarrei mit vorbereitet und mitgestaltet haben. Ebenso würdigte er alle Köglitzer, die immer da seien, wenn sie gebraucht werden, und zur Pflege und Erhaltung der Kapelle beitragen. Der Bau der Theresienkapelle sei ein persönliches Anliegen der Familie gewesen, um ein Zeichen des Glaubens zu setzen.
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