"Sehr tolerant und hilfsbereit"

Felicitas Abdul-Rahman, Sabine Fricke, Ardian Morina, Fritz Betzl und drei junge Albaner (von rechts) freuten sich in der ehemaligen Volksschule II über die Sachspenden. Bild: rn

Die Hilfsbereitschaft ist groß. Dieses Resümee zogen Stadtrat Fritz Betzl, Felicitas Abdul-Rahmann und Sabine Fricke am vergangenen Samstag in der ehemaligen Volksschule II.

Betzl hatte zu einer Spendenaktion für die 60 Asylbewerber aufgerufen, die zur Zeit in einer Gemeinschaftsunterkunft und dezentral untergebracht sind. Zwei Stunden hat das Trio im leerstehenden Schulgebäude Kleidung, Schuhwerk und Spielsachen entgegengenommen. Wertvolle Hilfe leisteten Brigitte Metzner und ihre Mitarbeiterinnen aus der Kleiderkammer. Auf Tischreihen stapelten sich die Spenden. Ein Blick genügte und die Frauen erkannten: "Die Kleidungsstücke sind sauber und gewaschen." Immer wieder war zu hören: "Wir müssen andere Kleidung noch waschen, dann kommen wir wieder."

Betzl betreut Familien und Asylbewerber aus Albanien und dem Kosovo. Nach seinen Erfahrungen sind die Eschenbacher "sehr tolerant und hilfsbereit". Was er neben Bekleidung, Schuhen, Spielsachen, Fahrrädern und Dreirädern noch sucht, sind Regale und Handys. Letztere seien keine Luxusartikel: "Sie sind die einzige Möglichkeit, um mit Angehörigen zu kommunizieren." Am Samstag, 8. August, ist die ehemalige Schule hinter der Bergkirche von 10.30 bis 12.30 Uhr für Spendenabgaben geöffnet.

Kosovare Ardian Morina und drei junge Albaner haben sich in der vergangenen Woche mit gemeinnütziger Arbeit um das ehemalige Schulgebäude verdient gemacht. Jungen Gruppierungen unterschiedlichster Art waren längere Zeit Räume zur Verfügung gestellt worden. Sie schätzten jedoch das Entgegenkommen der Stadt wenig oder gar nicht. Die jungen Männer, dankbar für jede Art der Beschäftigung, entmüllten und reinigten das Gebäude mit großem Engagement. Für jede Stunde werden sie mit 1,05 Euro entlohnt.

Nicht ungehört blieb der Aufruf von Bürgermeister Peter Lehr, bei Aufnahme und Betreuung von Asylbewerbern mitzuhelfen. Eine Informationsrunde mit Alexandra Adam, der örtlichen Asylantenbetreuerin der Regierung der Oberpfalz, gab es bereits in der Gemeinschaftsunterkunft am Stadtmauerweg. In einem weiteren Schritt geht es nun um die Koordinierung dieses Ehrenamts.

Dazu hat sich Raimunda Brusokaite, Flüchtlingsberaterin der Caritas Weiden, bereit erklärt. Die VHS, bei der bereits Deutschkurse für Asylbewerber laufen, lädt dazu für diesen Dienstag um 18 Uhr in den Kursraum 3 der VHS im Landratsamt.
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