Seit 125 Jahren Kameraden

Vor 25 Jahren feierte man das 100-jährige Bestehen ganz groß mit Festdamen und Festmädchen.

"Ein Leben ohne Fest ist wie ein langer Weg ohne Einkehr", schrieb Pfarrer Alfons Forster vor 25 Jahren in die Festschrift der Krieger- und Soldatenkameradschaft Irchenrieth (KSK). Jetzt feiert die KSK wieder ein großes Fest mit ihrem 125-jährigen Bestehen am 13. und 14. Juni.

Irchenrieth. (fz) Nach dem deutschen Krieg 1864 bis 1866 und dem deutsch-französischen Krieg 1870/71 gründeten sich in Deutschland viele Vereinigungen von Soldaten. Kriegsteilnehmer schlossen sich zusammen zur Pflege militärischer Tradition, Kameradschaft und Unterstützung bedürftiger Mitglieder. Dass in Irchenrieth nach dieser Zeit ein Krieger- und Veteranenverein existierte, belegt nachweislich ein Protokoll aus dem Jahr 1890.

Noch immer Tradition

Der Verein kam wohl während des Ersten Weltkrieges zum Erliegen, so dass im Jahr 1923 von einer Wiedergründung mit 25 Mitgliedern gesprochen wird. Bei der Gründungsfeier im Bauer-Wirtshaus wurden 40 Pfund Kalbfleisch ausgekocht. Vorsitzender wurde Georg Ermer, zweiter Vorsitzender Franz Koller. 1924 war bereits die erste Christbaumversteigerung mit einem Erlös von 95 Mark. Diese Tradition pflegt die KSK noch heute.

1926 war der erste Maiball beim Bauer, für den man zwecks "bezirkspolizeilicher Erlaubnis zur Abhaltung einer Tanzlustbarkeit" 15 Reichsmark abdrücken musste. Ein großes Ereignis folge 1928 mit dem Kauf einer Fahne für 350 Reichsmark. Erster Vorstand war damals Michael Krapf und Fahnenbraut Maria Gruber. Für die weiteren Jahre bis zur Auflösung 1945 liegen keine Unterlagen vor.

In der 1973 angelegten Chronik steht zu lesen, dass Georg Ram während des Zweiten Weltkriegs die Fahne aufbewahrt hatte, damit sie den Amerikanern nicht in die Hände fiel und dass der Verein in der Stille weiterlebte. Nach dem Krieg wurde der Verein unter dem Vorsitzenden Michael Krapf 1953 als "KSK" wieder wachgerufen. Vorsitzende waren Hans Bauer, Isidor Kick, Rudolf Reichelt, Michael Bayer, nochmals Isidor Kick, Johann Ram, Bernhard Reichelt und Mario Rössler. Ein weiterer Meilenstein war 1985 die Patenschaft mit der Panzerpionierkompanie 100 aus Weiden und auch die Einweihung des neuen Kriegerdenkmals. 1990 feierte man das 100-jährige Bestehen mit der Weihe einer neuen Fahne, die jetzt noch das Wahrzeichen der KSK ist. Im Jahr 2011 ging mit Bernhard Reichel als Vorsitzender eine Ära zu Ende. So auch die Patenschaft mit der Bundeswehr in Weiden aufgrund von Umstrukturierungen.

Noch immer aktuell

Heute sind Bürgermeister Josef Hammer und der neue Vorsitzende Mario Rössler dabei, eine neue Patenschaft aufzubauen. Rössler verweist darauf, dass nach 70 Jahren Frieden in Deutschland die Aktualität der Ziele der KSK den jüngeren Generationen zu vermitteln eine Herausforderung sind. Der Wandel wird dabei beeinflusst von einer "Vereinsmüdigkeit", die in Irchenrieth nicht zu spüren ist, und von einer Mulitmedia-Gesellschaft (siehe Hintergrund) .
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