Seit 90 Jahren um keinen Pfiff verlegen

Wenn das kein Grund zum Feiern ist: Die Schiedsrichtergruppe Weiden besteht seit 90 Jahren. Beim Jubiläumsfest in der Max-Reger-Halle erhielten zwei Unparteiische eine besondere Ehrung.

Weiden. (chap) "90 Jahre sind es Wert, kräftig zu feiern", betonte Jens Meier, 2. Bürgermeister der Stadt Weiden, in seinem Grußwort. "Lasst es richtig krachen." Und so kam es auch. Schiedsrichterobmann Willi Hirsch scheute weder Kosten noch Mühen, um den anwesenden Vertretern aus Politik und Fußball-Verband einen vergnüglichen Abend im voll besetzten Gustav-von-Schlör-Saal zu bieten. In Grußworten unterstrichen Bezirksvorsitzender Max Karl und Verbandsschiedsrichterobmann Walter Moritz, dass es ohne Schiedsrichter keine Fußballspiele gäbe.

Als Festredner hatte Hirsch den Schatzmeister des Bayerischen Fußball-Verbandes, Jürgen Faltenbacher, verpflichtet. Dieser freute sich riesig über die Einladung und stellte von Beginn klar, dass es sich für ihn als Waldsassener um ein Heimspiel handele. In seiner Laudatio blickte Faltenbacher auf die Anfänge zurück. So sei die Gründung der Schiedsrichtervereinigung Regensburg im Jahre 1919 der Anlass gewesen, dass der Weidener Sportpionier Anton Glötzner vor Ort nachgezogen habe. Nach mühevoller Kleinarbeit sei es 16 Sportkameraden am 14. Mai 1924 im Nebenzimmer des Hotels "Friedenfels" gelungen, die Weidener Schiedsrichtervereinigung aus der Taufe zu heben. Aus dem damals "zarten Pflänzchen" ist laut Faltenbacher "ein kräftiger Baum mit starken Ästen" geworden. "Schiedsrichter zu sein, ist kein leichtes Brot. Sonntag für Sonntag müssen sie sich Anfeindungen gefallen lassen", betonte der Festredner und hob in Zeiten der Verrohung mancher Sitten auf dem Fußballplatz den Zeigefinger: "Tätlichkeiten gegen einen Unparteiischen sind absolut inakzeptabel."

Selbstverständlich müssten auch die Schiedsrichter zu einer friedlichen Gesamtatmosphäre beitragen, "und da nehme ich jeden von euch in die Pflicht", sagte Faltenbacher. Ältere Schiedsrichter würden bei Verbalattacken vielleicht ein Stück weit souveräner und abgezockter umgehen, "weil sie letztendlich wissen, was zu tun ist". Mit Nachdruck müsse man aber "Störenfriede, Querulanten und Verbal-Terroristen von unseren bayerischen Fußballplätzen dauerhaft entfernen und mundtot machen." Um junge Unparteiischen zu schützen regte Faltenbacher an, sie psychologisch besser vorzubereiten. Der Funktionär bestärkte die anwesenden Schiedsrichter abschließend in ihrem Hobby: "Ihr seid das Rückgrat des Fußballs. Ohne euch gäbe es diesen schönen Sport nicht."

Willi Hirsch zeichnete etliche Kollegen für langjährige Dienste in der Schiedsrichterei aus. Ein ganz besonderes Anliegen war ihm, zwei Akteure zu Ehrenmitgliedern zu ernennen. Karl-Heinz Schleier und Franz Kick wurde diese Auszeichnung für beispiellosen Einsatz in der Schiedsrichtervereinigung zuteil. Zudem wurden geehrt:

10 Jahre: Roman Mastalar; 15 Jahre: Roman Solter, Frank Gerhard; 20 Jahre: Roland Boyne, Hans Fischer, Manfred Naber, Johann Busch; 25 Jahre: Anton Dötsch, Wolfgang Grosser, Konrad Hörl, Karl-Heinz Klein jun., Hans Kneißl, Reinhard Marschick, Heinz Scheibl, Wilhelm Zwack; 30 Jahre: Udo Abe, Wolfgang Bergmann, Herbert Bäuml, Karl-Heinz Klein sen., Wolfgang Maier; 40 Jahre: Ferdinand Adam, Werner Daubner, Herbert Wantschina, Heinz Sauerhammer
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