Selbsthilfe verjüngt sich

Die Selbsthilfe hat einen Teil des Vorstands neu gewählt. Die Mitglieder bestätigten zweiten Vorsitzenden Thomas Magerl (Zweiter von rechts), Schriftführerin Monika Puff (Zweite von links) und Beisitzer Franz Sperl (Vierter von links). Steinmetzmeister Christian Frank (links) referierte über die Gestaltung von Gräbern. Bild: sei

Vielleicht lag es am Frühlingswetter, dass mehr Mitglieder als üblich zur Versammlung der Selbsthilfe Mantel kamen. Das Gasthaus Melchner in Rupprechtsreuth bot sich jedenfalls für einen Spaziergang an. Drinnen gab es dann interessante Zahlen zu hören.

Wie Vorsitzender Stephan Oetzinger ausführte, hat das Sozialwerk stolze 1394 Mitglieder, davon wohnen 274 nicht mehr in Mantel. Der Altersdurchschnitt liegt bei 56 Jahren und sechs Monaten. Im Schnitt treten Neuzugänge mit 26 Jahren und neun Monaten bei. "Das ist ein positiver Trend in Richtung Jugend", freute sich Oetzinger. 19 verstorbenen Mitgliedern standen 12 Neuaufnahmen gegenüber.

Über 600 000 Euro bezahlt

Bis Ende 2014 hat die Selbsthilfe 1048 Sterbefälle betreut und ein Sterbegeld von 619 941,00 Euro ausbezahlt. Die aktuelle Höhe des Sterbegeldes beträgt nach der Anpassung zum 1. März 2013 pro Sterbefall 1450 Euro. Die Mitglieder zahlen dafür im Umlageverfahren 1,20 Euro je Todesfall. Besonderer Dank galt den Kassenführerinnen Ulrike Schiller und Ingrid Zwerenz.

Oetzinger appellierte an die Mitglieder, weitere Mitstreiter im Familien- und Freundeskreis zu werben. Auch die Einwohner von Rupprechtsreuth und Steinfels, die bei der Gründung damals noch nicht zu Mantel gehörten, können mitmachen. Turnusmäßig wurde ein Teil des Vorstands gewählt. Im Amt bleiben zweiter Vorsitzender Thomas Magerl, Schriftführerin Monika Puff und die Beisitzer Wolfgang Reil und Franz Sperl.

Zweite Bürgermeisterin Rita Steiner bestätigte, dass der neben der TSG Mantel-Weiherhammer mitgliederstärkste Verein im Ort eine besondere soziale Bedeutung hat. Viele Menschen können sich wegen der hohen Beiträge keine Lebensversicherungen mehr leisten. Da sei das absolut zeitnah ausbezahlte Sterbegeld von 1450 Euro eine große Hilfe. "Wir können in Mantel stolz sein, dass wir so eine Einrichtung haben."

Grabmale gestalten

Christian Frank, der 2007 die Fachschule für Steinmetze und Steinbildhauer mit der Meisterprüfung abgeschlossen hat, referierte über die Gestaltung von Grabmalen. Er erklärte den Unterschied zwischen Breitstein, Hochstein und Liegestein. Der Trend zur Feuerbestattung nimmt zu. Gegenüber den Urnenwänden haben Urnengräber den Vorteil, dass in der Gestaltung des Grabsteines die Vorlieben des Verstorbenen zum Ausdruck kommen können.

Urnengräber haben die Maße 90 mal 50 Zentimeter. Grabsteine sind 60 Zentimeter hoch. Der Steinmetzmeister erklärte auch die verschiedenen Symbole, die auf Grabsteinen vorkommen wie den Kreis, das Symbol für das Unendliche. "Vor Christus war das Kreuz ein kosmisches Zeichen aber nach Christus wurde das Kreuz ein Zeichen des Sieges über den Tod."
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