Selina macht als einzige Bewerberin das Rennen
Christkind aus der Meisel-Dynastie

Dicht gehalten haben die Wenigen, die Bescheid wussten. So blieb es bis zur Vorstellung des Auerbacher Christkindes im Schützenheim von 1890 eine echte Überraschung. Im Bild das neue Auerbacher Christkind Selina Meisel (Zweite von rechts) mit Engel Lena Ziegler (daneben), Stadtverbandsvorsitzendem Eugen Eckert, "Nikolaus" Anton Lord, Alfred Graf und stellvertretendem Vorsitzenden Theo Schleicher (von links). Bild: cs
Selina Meisel wird als neues Christkind den Prolog vom Balkon des Schenklschulhauses sprechen. Sie war die einzige Bewerberin und konnte die Verantwortlichen des Stadtverbandes als Ausrichter im Auftrag der Stadt davon überzeugen, dass sie ihr Amt gut ausfüllen wird.

Sie bringt viel Know-how mit, stellt mit ihr die Meisel-Dynastie doch das vierte Christkind. "Schon damals, als meine Tanten Martina, Michelle und Nicole Meisel Christkindl von Auerbach waren, habe ich diese mit großer Bewunderung mit verfolgt", schrieb sie in ihrer Bewerbung.

Voller Stolz ins Amt

"Nun bin ich endlich alt genug (Jahrgang 2002), um selbst voller Stolz das Amt wahrzunehmen und den Menschen von Auerbach die Weihnachtszeit zu verschönern und ihnen ein Leuchten in die Augen zu zaubern." Auch ihre Tanten wären sehr stolz, wenn sie diese Kette fortführen würde. Den Reigen der Meisel-Christkinder eröffnete Martina 2001, ihr folgte 2005 Michelle und 2008 Nicole. Im Folgejahr schlüpften sie jeweils in die Rolle des Engels. Mit Selina können sich die Auerbacher und die zum Adventsmarkt erhofften auswärtigen Besucher auf ein vielseitig interessiertes Christkind freuen. Die Achtklässlerin aus der Realschule spielt Querflöte in der Knabenkapelle, tanzt eifrig in der Stadtgarde der Faschingsgesellschaft und stellte in der Jugendgruppe der Theatergruppe d'Veldensteiner ihr Talent als Schauspielerin unter Beweis. Und über ihre berufliche Zukunft macht sie sich schon Gedanken: "Es wird wohl etwas mit Sprachen werden." Inzwischen hat Selina bereits die erste Sprechprobe hinter sich. "Ein hervorragender Vortrag", wie von Alfred Graf, "Christkindmacher" seit 20 Jahren, zu hören ist. Der Prolog aus seiner Feder wurde 1995 erstmals von Josef Felser als "Zivilist" vorgetragen.

1996 konnte dann mit Katrin Schleicher ein Christkind präsentiert werden. Man wisse, so Eugen Eckert, das Engagement von Graf zu schätzen, der erneut als Hauptkoordinator viel Vorarbeit geleistet hat. An die Seite von Selina Meisel gestellt ist ihr bei der Ausübung des Amtes Lena Ziegler. Sie bringt Erfahrung als Engel von 2014 mit ein und hält mit ihrem erneuten Einsatz Wort mit ihrer Zusage, sich bei Bedarf zur Verfügung zu stellen. Zur Freude des Stadtverbandsvorsitzenden, "denn trotz Werbung in den Schulen scheint das Interesse nicht groß gewesen zu sein".

Passionierte Reiterin

Die zwei Mädchen teilen sich in fast gleicher Zahl die Auftritte, wobei Lena Ziegler den Part bei der Bergwerksweihnacht Maffei und in der St.-Johannes-Klinik übernimmt, dem Arbeitsplatz von Papa Thomas. Als passionierte Reiterin sie wird die Martinsumzüge der drei Kindergärten hoch zu Ross in der Rolle des Heiligen Martin begleiten, sonst lässt die Schule weitere Hobbies kaum zu, erzählt die Neuntklässlerin am Gymnasium Pegnitz. In ihrer Zukunftsperspektive hat sie sich schon ziemlich festgelegt: Sie will "Freund und Helfer" der Bevölkerung werden, wenn möglich bei der berittenen Polizei oder bei der Kripo.

Am Samstag, 28. November, ist es soweit: Der Marktplatz verwandelt sich in eine Budenstadt und mit Stolz heißt es seitens des Ausrichters: "Wir sind dick belegt, es werden alle Hütten von der Stadt nötig sein".
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