Seniorenpolitisches Konzept im Kreis Thema beim VdK
Die AOVE als Vorbild

(sön) "Die Menschen werden älter - und das ist gut", betonte Bürgermeister Erwin Geitner beim Kaffeekränzchen des VdK-Ortsverbands im Gasthaus zum Hirschenwirt. Auf Kreisebene werde deshalb mit Hochdruck an einem seniorenpolitischen Gesamtkonzept gearbeitet.

Neun Handlungsfelder

Es wird laut Geitner in neun Handlungsfelder untergliedert, darunter das bürgerschaftliche Engagement von und für Senioren, präventive Angebote, das Wohnen in gewohnter Umgebung, die Einrichtungen zur Betreuung und Pflege sowie die Unterstützung pflegender Angehöriger.

Es habe bereits eine gemeinsame Sitzung der Bürgermeister und Seniorenbeauftragten der Naturpark-Hirschwald-Gemeinden in Ensdorf stattgefunden, ließ Geitner wissen. "Und die Bürgermeister haben sich im Nachgang verständigt, ähnlich wie die AOVE-Gemeinden, den Bereich der Seniorenarbeit aktiv anzupacken." So soll ein Seniorennetzwerk entstehen, um den Hilfesuchenden entsprechende Leistungen anzubieten mit einer zentralen Anlauf- und Koordinierungsstelle.

Dabei geht es laut Geitner konkret um Besuchsdienste, hauswirtschaftliche Tätigkeiten, Einkaufsservice, Bring- und Abholdienste, Fahr- und Begleitdienste, Hilfe im Garten oder auch Winterdienst - kurzum um "eine Anlaufstelle in Form eines Vereins in kommunaler Trägerschaft - ein gemeinsames Miteinander der Kommunen im Naturpark Hirschwald". Dazu sei jede Gemeinde finanziell gefordert, auch wenn es derzeit vom Freistaat Bayern eine Anschubfinanzierung gebe.

Kritik am Freistaat

Dieser "hätte da schon eher aktiv werden sollen", kritisierte Seniorenbeauftragte Marga Kraus und betonte: "Es muss in Zukunft Aufgabe der Gemeinden sein, die Fäden zu ziehen für eine aktive Seniorenpolitik." Sie sehe das gemeindliche Seniorenprogramm als einen Einstieg, "um die Menschen aus der Hütte zu holen." Senioren bräuchten das Miteinander, das gemeinsame Gespräch, die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Sie verwies auch auf die landkreisweiten Demenzwochen mit dem Vortrag "Vorsorgevollmacht und Betreuung" am Mittwoch, 15. Oktober, um 14.30 Uhr im Rathaus.

Möglichst lang zu Hause

Dieses Thema sei auch sein Anliegen, sagte der Seniorenbeauftragte des VdK-Ortsverbands, Josef Niebler. "Eine aktive Seniorenpolitik befürworte ich schon ewig und drei Tage", unterstrich er und plädierte dafür, "dass Senioren so lange als möglich in vertrauter Umgebung verbringen". Franz Richter, Kreisvorsitzender der Senioren-Union, sieht die Fahrmöglichkeiten vom unteren Vilstal nach Amberg, Schwandorf oder Burglengenfeld als "ungenügend bis schlecht und relativ teuer."
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