Servus, Amtsgericht

Jahrzehntelang fällten die Richter am Stadtplatz Urteile. 2003 kündigte sich eine Schließung des Kemnather Amtsgericht bereits an. Doch bis dahin sollte es noch 12 Jahre dauern.

Kemnath. (stg) Zu einem letzten Rundgang durch das Gebäude des Amtsgerichts trafen sich die aktuellen Beschäftigten der Zweigstelle mit den Pensionisten und ehemaligen Richtern. Bei allen Anwesenden war große Wehmut zu spüren, das Haus jetzt so leer und ausgeräumt zu sehen. Amtsgerichtsdirektor Thomas Weiß begrüßte die Gruppe und ging auf die Geschichte des Gebäudes als Rathaus und Gerichtsgebäude über die vergangenen 150 Jahre ein. Das früher selbstständige Gericht wurde mit Ende des Landkreises Kemnath zur Zweigstelle. 2003 kam der Beschluss, alle Zweigstellen zu schließen. Bedingung war jedoch, dass eine Nachnutzung vorliegen muss.

Mit der Übernahme durch das Zentrum für Familie und Soziales sei diese gegeben, erklärte Weiß. Deshalb hat das Ministerium die Schließung zum 30. September angeordnet. Er bedankte sich bei den Beschäftigten für die gute Arbeit über die ganze Zeit und besonders jetzt in der Umzugsphase.

Ausgeprägtes Miteinander

Rechtspflegeamtmann Hermann Schraml freute sich über das zahlreiche Erscheinen der früheren Kollegen. Dies sei nicht selbstverständlich und zeige die besondere Verbundenheit über die aktive Dienstzeit hinaus. Bei einer kleinen Zweigstelle sei es ein anderes Arbeiten als an Großgerichten, da jeder alles können müsse, um bei Bedarf einspringen zu können. Auch das persönliche Miteinander sei ausgeprägter.

Schraml war der Meinung, dass es schon etwas besonderes sei, wenn man sagen könne, man sei immer gerne in die Arbeit gegangen. Pensionistin Renate Grosser rundete das Treffen mit einem selbst verfassten Gedicht zum Amtsgericht ab. Es folgte noch ein gemütliches Beisammensein mit guten Gesprächen und einem Umtrunk.
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