Silberhütte: OWV denkt an Verkauf

Das Schutzhaus Silberhütte am Fuße des Entenbühls, unweit der Altglashütte zwischen Flossenbürg und Bärnau, muss dringend saniert werden. Weil der Oberpfälzer Waldverein das Geld dafür offenbar nicht hat, will er nun in Verkaufsverhandlungen mit möglichen Interessenten treten. Ein Angebot liegt bereits vor. Bild: nm

Das Schutzhaus Silberhütte wird für den Oberpfälzer Waldverein zunehmend zum Klotz am Bein. Das 1932 errichtete Gebäude braucht dringend eine aufwendige Sanierung. Der Heimatverein denkt jetzt plötzlich doch ernsthaft an einen Verkauf.

Vohenstrauß. (dob) In der Delegiertenversammlung in Vohenstrauß überraschte Hauptvorsitzender Armin Meßner mit dieser Ankündigung. Er erbat für den Vorstand ein positives Votum der Zweigvereine, um auszuloten, wie die Chancen für einen Verkauf stünden. "Der Vorstand würde das jetzt gerne auch in Betracht ziehen", stellte Meßner klar. Es heiße aber noch lange nicht, dass wirklich verkauft werde: "Es ist kein Verkaufsantrag."

Mietminderung

Laut Meßner ist der Reparaturstau inzwischen auf 100.000 Euro angewachsen. Diese Summe sei für den Hauptverein kaum mehr zu schultern. Der OWV-Chef schilderte die angespannte finanzielle Lage im Zusammenhang mit der Silberhütte.

Seine erfolgte Wiederwahl - Meßner ist seit zwölf Jahren im Amt - geriet dabei fast zur Nebensache. Die ungünstigen Witterungsverhältnisse im Winter und die wegen der Sanierung gesperrte Staatsstraße hätten dem Pächter und Wirt Miro Maly leider nicht das Geschäft gebracht, das er sich bei der Übernahme vor zwei Jahren erhofft hatte. Außerdem beklagte der Gastronom Schäden am renovierungsbedürftigen Schutzhaus. "Eine Mietminderung war die Folge", informierte Meßner. Zwar erscheine die Hütte auf den ersten Blick gut in Schuss, doch bei genauerem Hinsehen entdecke man viele verborgene Mängel. "Wir sind zur Instandhaltung verpflichtet", machte Meßner die schwierige Lage deutlich.

Die vom Wirt gemeldeten Mängel müssten eigentlich umgehend abgearbeitet werden. Dies sei aber mit vielen Kosten verbunden.

Klares Ergebnis

Meßner verhehlte auch nicht Probleme mit der Langlaufgemeinschaft, die den OWV-eigenen Parkplatz nutze, ohne dafür zu bezahlen. Die Abstimmung der 35 anwesenden Zweigvereine (von insgesamt 55) mit 571 Stimmen aus den Zweigvereinen und 23 aus dem Hauptverein brachte dann doch ein klares Ergebnis. 306 Delegierte folgten dem Antrag für die Aufnahme der Verkaufsverhandlungen, 213 waren dagegen, und 33 enthielten sich. Damit kann Meßner nun in Sondierungsgespräche eintreten.




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Zwei Jahre mit dem OWV verhandelt

Der Förderverein Skilanglaufzentrum Silberhütte hat zur jüngsten Entwicklung folgende Stellungnahme abgegeben:

"Im Auftrag der Familie Walter Winkler, die aus Liebe zur Heimat großes Interesse am Erhalt und der längst überfälligen Sanierung des maroden Schutzhauses hatte, verhandelten die Verantwortlichen des Fördervereins Skilanglaufzentrum Silberhütte etwa zwei Jahre mit den Vorsitzenden des OWV-Hauptvereins. Zuvor hatte Walter Winkler eine Architekten-Expertise über die Kernsanierung in Auftrag gegeben. Danach beziffert sich der Aufwand für eine Grundsanierung mit etwa einer Million Euro. Die Familie Winkler wollte die Sanierung sponsern.

Die Gespräche, von beiden Seiten engagiert geführt, scheiterten schließlich an den Eigentumsverhältnissen. Der Förderverein zeigte sich sehr enttäuscht. Für ihn war es damals schon sicher, dass der OWV nicht in der finanziellen Lage ist, die längerfristige Zukunft des stark sanierungsbedürftigen Schutzhauses zu schultern. Wenn der Förderverein nicht überzeugt gewesen wäre, dass unter bestimmten Voraussetzungen eine grundlegende Sanierung möglich gewesen wäre, hätte er nicht mit den Verantwortlichen des OWV zwei Jahre lang verhandelt. Mit Rücksicht auf den OWV erspart sich der Förderverein dazu weitere Ausführungen.

Für Irritationen hat zuletzt die zeitweise Sperrung der Durchfahrt des OWV-eigenen oberen Parkplatzes bei Förderverein und Skilangläufern gesorgt. Damit verbunden war ein staubedingtes Verkehrschaos. Über Jahrzehnte durften die Skilangläufer den gebührenpflichtigen Parkplatz benutzen. Die Einnahmen kamen dem Förderverein zugute. Er sah darin eine Gegenleistung des OWV für die hohen Investitionen zur Verbesserung der Attraktivität des Skilanglaufzentrums mit damit verbundener zunehmender Besucherzahl. Davon profitierte wiederum das Wirtshaus in der Silberhütte. Mit der willkürlichen Sperrung wird sich der Förderverein aufgrund der dadurch entstehenden unzumutbaren Verkehrslage nicht abfinden."
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