Simon Ziegler holt sich bayerisches Stabhochsprung-Gold - Bruder Manuel wieder fit
Höher als eine Giraffenkuh

Mit 4,80 Metern war Stabhochspringer Simon Ziegler bei der bayerischen Meisterschaft nicht zu schlagen. Bild: hfz
Markt Schwaben. Simon Ziegler hat sich bei den bayerischen Titelkämpfen erneut Gold in seiner Spezialdisziplin geholt. Der Mehrkämpfer aus Neustadt/WN sicherte sich im Stabhochsprung mit einer Höhe von 4,80 Metern einen ungefährdeten Sieg beim weiß-blauen Meisterschaftsentscheid im oberbayerischen Markt Schwaben.

Giraffenkühe mit ihren imposanten, langen Hälsen erreichen im ausgewachsenen Alter eine Größe von 4,50 Metern. Dies ist auch mittlerweile gewöhnlich die Einstiegshöhe für Simon Ziegler im Stabhochsprung. Noch etwas mutiger wählte er bei den Landesmeisterschaften seine erste Marke. 4,60 Meter ließ er dafür einmessen, was dann sogleich den Titelgewinn bedeutete, nachdem für die übrigen Teilnehmer bereits bei 4,50 Metern oder darunter der Wettkampf beendet war.

Verzicht im Hürdenlauf

Mit der exakt gleichen Höhe von 4,80 Metern wurde er eine Woche zuvor bei den süddeutschen Meisterschaften Vierter, höhengleich mit dem Drittplatzierten, aber aufgrund der Fehlversuchsregelung blieb er hier noch ohne Medaille. In Kaiserslautern war es dann zum ersten Mal, dass er sich an den 5,00 Metern versuchte, nicht unmöglich, aber noch zu hoch in diesem Wettkampf. Auch im Hürdenlauf machte er eine exzellente Figur, sprintete mit persönlicher Bestzeit und der zweitschnellsten Vorlaufzeit ins Ziel. Auf das Finale verzichtete er als Titelverteidiger aus dem Vorjahr, nachdem der Endlauf parallel und zeitgleich zum Stabhochsprung ausgetragen wurde.

Allerdings gab es auch schlechte Nachrichten für den 22-jährigen Studenten der OTH Weiden, der vor kurzem im tschechischen Kladno mit seinem Mehrkampfergebnis unter die zehn besten Nachwuchs-Athleten im nationalen Vergleich gerutscht war. Die mit Vorfreude erwarteten deutschen Mehrkampfmeisterschaften wurden vom Verband ersatzlos gestrichen. Es wurde schlichtweg kein Ausrichter gefunden. Trotz intensiver Bemühungen waren bereits die deutschen Mehrkampfmeisterschaften im Januar in der Halle ausgefallen, wodurch eine leichtathletische Disziplin mit vielen internationalen Erfolgen erheblich beschädigt wurde.

Nach fast dreimonatiger Verletzungspause meldete sich auch Simons Bruder Manuel Ziegler zurück. Nachdem der in den USA studierende Athlet noch im amerikanischen Meisterschaftszyklus mit einer Reihe von neuen Bestmarken überzeugen konnte, warf ihn ein Muskelfaserriss am Beuger deutlich zurück. Der US-Student der Virginia Tech schusterte sich nach der Genesung kurzfristig ein Restprogramm für die deutsche Freiluftsaison während der amerikanischen Semesterferien zusammen. Während die "Bayerischen" im Dreisprung mit 14,83 Metern von Dimitri Antonov (MTV Ingolstadt) gewonnen wurden, zog er einen Start beim internationalen Meeting in Zeulenroda vor. Er wurde knapp geschlagen Zweiter mit windbegünstigten 16,07 Metern.

Stark im Weitsprung

Bereits zuvor ging er bei den Landesmeisterschaften in Sachsen außer Konkurrenz an den Start und erzielte dabei als Tagesbester reguläre 16,03 Meter. Beim Meeting "Weltklasse in Bad Langensalza" ergatterte er kurzfristig einen Startplatz im Weitsprung, bestätigte mit 7,45m, 7,44m und 7,34m schon wieder eine gute Grundverfassung. Damit wurde er Achter in einem leistungsstarken Feld, das der Südafrikaner Zarck Visser mit 8,41m beherrschte. Aufgrund seines Trainingsrückstandes zählt er bei den Ende Juli in Nürnberg stattfindenden deutschen Leichtathletikmeisterschaften nicht zu den unmittelbaren Anwärtern auf den Titel.
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