Sinkender Holzpreis: Nur "notwendigste Einschläge"
"In weiser Voraussicht"

Mit Eschenbacher Künstlertassen bedankten sich Bürgermeister Peter Lehr (rechts) und sein Stellvertreter Karl Lorenz (Zweiter von links) bei Forstdirektor Moritz Neumann (links) und Forstamtsrat Martin Gottsche (Zweiter von rechts). Bild: rn
"Am 19. November wird der Stadt Eschenbach in München der Staatspreis für vorbildliche Waldbewirtschaftung verliehen." Mit dieser für Bürgermeister und Stadträte überraschenden Ankündigung wartete Forstdirektor Moritz Neumann bei der Abschlussbesprechung der Waldbegehung auf. Man müsse in Bayern schon weit schauen, um Bewirtschaftungserfolge wie in Eschenbach zu sehen, betonte er im Besprechungsraum der Kläranlage.

Im Jahr des Waldes und des Naturschutzes habe er gemeinsam mit Martin Gottsche die Stadt für den Staatspreis vorgeschlagen, sagte Neumann. "Die Jury hat Eschenbach mit einem weiteren Preisträger aus der Oberpfalz dafür ausgewählt", freute sich der Forstmann.

2014 "bestes Preisjahr"

Martin Gottsche informierte über den "Jahresbetriebsnachweis 2014 für den Körperschaftswald Eschenbach". Er berichtete von einem Einschlag von 2609 Festmetern im vergangenen Jahr - "in weiser Voraussicht". Vorgesehen gewesen seien nur 2360 Festmeter. Der Forstamtsrat begründete den Mehreinschlag mit dem "besten Preisjahr". Den Reinertrag aus der Waldbewirtschaftung 2014 bezifferte er mit 85 008 Euro.

Durch Käferbefall und Windwurf sei der Holzmarkt danach massiv unter Druck geraten und der Preis pro Festmeter um 20 Euro zurückgegangen. Gottsche befasste sich dann mit der aktuellen Marktsituation und kündigte für 2016 "nur die notwendigsten Einschläge" an.

Kahlschlag auf zehn Hektar

Nach Rechtholz befragt, sprach er von 92 Berechtigten mit je drei Ster. In Anspruch genommen werde das Recht aber nur von 70 Hausbesitzern. Der Kahlschlag zur Erweiterung des Industriegebiets "Am Stadtwald" betreffe eine Fläche von zehn Hektar mit einem Holzertrag von 4000 Festmeter. Der Erlös könne als Beitrag zu den Erschließungskosten dienen.

Anerkennend äußerte sich Bürgermeister Peter Lehr über die von der Forstverwaltung angestoßenen Förderprojekte. Lob sagte er der Waldjugend, die den Holzweg in Eigenregie unterhält. Busse aus Weiden und Bayreuth führte er als Beweis für dessen Bekanntheitsgrad an.

"Unser Wald ist nicht nur ein Wirtschaftsfaktor. Er ist ein Beitrag zum Klimaschutz und ein bedeutender Erholungsfaktor. Damit können wir punkten", erklärte das Stadtoberhaupt voll Stolz. Seinen Dank an Moritz Neumann und Martin Gottsche verbanden Lehr und sein Stellvertreter Karl Lorenz mit der Übergabe von Eschenbacher Künstlertassen.
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