Sinnleithen unterbietet locker den Altersdurchschnitt aller Kirwagesellschaften
Brauchtum auf Kindesbeinen

Brezen hängen in Sinnleithen für alle am Kirwabaum, die beim Austanzen mitmachen. Ein einzelnes Oberkirwapaar gibt es hier nicht.
"Kommen wir in die Sulzbach-Rosenberger Zeitung, auch wenn wir kein Oberkirwapaar haben?" Auf die Frage, die ein Kirwabursch nach dem Austanzen des Baums in Sinnleithen stellte, gibt es natürlich ein Ja. Bei dieser Kirwa läuft einiges anders als bei den anderen im Landkreis.

Bereits seit fünf Jahren machen sich Kinder auf den Weg, um ihren Baum im Wald zu holen. Im Verhältnis ihrer Körpergröße zur Höhe des Stamms werden die gängigen Kirwawahrzeichen weit übertroffen. Das reich verzierte Prachtexemplar wurde am Sonntag nach einem Dorfumzug von den fesch gekleideten Paaren aufgestellt. Roland Ertel gab ihnen die Kommandos zum Nachziehen der Schwalben und zum Ausrichten in der Senkrechten. Schon nach 20 Minuten war alles erledigt. Die Musiker der Staaleit'n verkündeten es mit einem Tusch. Er war gleichzeitig das Startsignal fürs Austanzen.

Gekleidet in Dirndl und Lederhosen, gingen die Kinder ihren großen Auftritt an. Perfekt vorbereitet und konzentriert waren sie bei der Sache. Selbst die Kirwalieder oder "der Ruf Wer hout die schöinsten Kirwamoila?" klangen wie bei den Alten. Die Spitze des Kirwabaumes "verneigte" sich nach über 25 Minuten vor den jungen Teilnehmern.

Nach einem großen Applaus ernteten die Moila und Boum als weiteren Lohn eine große Kirwabreze. Eine Limo oder ein Spezi glichen den Flüssigkeitsverlust vieler Schweißperlen wieder aus.

Für Groß und Klein gab's im Festzelt Bratwürste, Steaks oder Stadtwurst sauer. Die bereits am Freitag eingeläutete Kirwa hatte ihren Höhepunkt bravourös überstanden, und die Gastgeber zeigten sich mit dem Zuspruch bis zum Ende am Montagabend zufrieden.
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