So günstig ist es nie wieder

Die Felder und Wiesen in der Gemarkung Fronhof und Siegelsdorf sind teilweise klein, ungünstig geformt und schlecht erschlossen. Rationelle Bewirtschaftung mit den heutigen Großmaschinen ist hier nicht möglich. Bild: haa

Die landwirtschaftlichen Betriebe stehen unter einem ständig wachsenden Wettbewerbsdruck. Da ist rationelles Arbeiten gefragt. Es wird erschwert, wenn Felder und Wiesen weit zerstreut liegen, ungünstig geformt und schlecht erschlossen sind. Durch die Flurneuordnung wird dem gegen gesteuert.

Altendorf. (haa) Deshalb wurde von der Gemeinde Altendorf bereits 2001 beim Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) für die Gemarkung Fronhof die Flurneuordnung beantragt. Gleichzeitig soll die Ablösung der Gemeinderechte in der ehemaligen Gemeinde Fronhof mit Aufteilung des noch vorhandenen Rechtlergrundes, der seit Jahrzehnten bearbeitet wird, erfolgen.

Jetzt hat die Behörde die Flurneuordnung in Aussicht gestellt. Gab es anfangs viele Skeptiker, so ist der überwiegende Teil der Grundstücksbesitzer - nach bisher vier Arbeitskreissitzungen - mittlerweile positiv eingestellt. Zwischenzeitlich sind auch die Landwirte aus Siegelsdorf, die mit ihren Fluren unmittelbar angrenzen, an einem solchen Verfahren stark interessiert.

Keine Lücken möglich

In der letzten Arbeitskreissitzung hob Landschaftsarchitekt Gottfried Blank, der als Moderator fungiert, hervor, dass mit Flurwerkstatt noch keine Entscheidung über die Einleitung eines Flurneuordnungsverfahrens getroffen wird. Am Ende sollte jedoch der Wille zum Ausdruck kommen, dass eine Flurneuordnung gewünscht wird. Wenn die Voraussetzungen gegeben sind und ein Neuordnungsverfahren eingeleitet werden kann, wird seitens des ALE ein Verfahrensgebiet abgegrenzt. Der in der Flurwerkstatt erarbeitete Abgrenzungsvorschlag wird berücksichtigt.

Die im Verfahrensgebiet enthaltenen Flächen werden beigezogen, "Lücken" kann es sinnvollerweise nicht geben. Mit der Verfahrensanordnung durch das Amt entsteht die Teilnehmergemeinschaft. Die Teilnehmer sind die Grundstückseigentümer und Erbbauberechtigten im Verfahrensgebiet. Sie wählen in einer Teilnehmerversammlung einen Vorstand, der die gemeinschaftlichen Angelegenheiten wahrnimmt.

Blank erläuterte auch die Vorteile einer Flurneuordnung. Dies sind insbesondere die Neueinteilung der Flur, Zusammenlegung zersplitterter und unwirtschaftlich geformter Grundstücke, Wegebauten damit alle Grundstücke erschlossen sind sowie abgemarkte Grundstücksgrenzen. Ein großer Vorteil ist ferner, dass keine Notar- und Grundbuchkosten entstehen. In Fronhof kommt hinzu, dass die Regelung des gemeinschaftlichen Eigentums durchgeführt werden könnte. Mit der Ablösung der Gemeinderechte aus dem Rechtlergrund von 20 Hektar wird ein Drittel der Gemeinde zufallen. Diese Fläche von sieben Hektar fließt in die Ausgleichsfläche ein, so dass sich der Grundabzug für die Teilnehmer entsprechend mindert und demzufolge sehr gering sein wird.

Bei den Kosten wird unterschieden zwischen den Verfahrenskosten, die der Freistaat Bayern übernimmt, und den Ausführungskosten, an denen die Teilnehmer beteiligt werden. Diese Kosten sind nach Abzug der Zuschüsse von den Teilnehmern nach dem Verhältnis des Wertes ihrer neuen Grundstücke zu allen Grundstücken des Verfahrensgebietes zu leisten.

Höchstmögliche Förderung

Bürgermeister Georg Köppl fügte hinzu, dass die Ausführungskosten derzeit mit 75 Prozent durch den Freistaat Bayern gefördert werden. Als zusätzliche Leistung kommen nochmals 10 Prozent aus dem Programm "Integrierte Ländliche Entwicklung" dazu. Es ist also nur noch der verbleibende Rest von 15 Prozent von den Teilnehmern zu tragen. Bei langfristigen Verpachtungen gibt es noch einen zusätzlichen Nachlass von 50 Prozent. Diese höchstmögliche Förderung sei wirklich "eine nicht wiederkehrende Chance".
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