"So schön wie noch nie"

Nach gründlicher Restaurierung erstrahlt die Maria-Hilf-Bergkirche in Eschenbach im neuen Glanz. Bilder: do (2)

Eschenbacher Land ist Marienland. Die Verehrung der Schutzfrau Bayerns hat hier eine besondere Bedeutung. Die Gläubigen schufen sich Orte der Andacht und der Anbetung. Kristallisationspunkt ihrer Marienverehrung ist die Maria-Hilf-Bergkirche, die am Freitag, 1. Mai, wieder eröffnet wird.

Damit endet die über fünfjährige Generalsanierung des von 1771 bis 1778 erbauten Gotteshauses. Zur Segnung erwarten Dekan und Stadtpfarrer Thomas Jeschner und die Katholische Pfarrgemeinde Diözesanbischof Rudolf Voderholzer.

Mai - das ist auch der Monat Mariens. Der Termin für die offizielle Wiedereröffnung ist deshalb gut gewählt. Vorbei, aber nicht vergessen, sind die Anstrengungen, das Eschenbacher "Heiligtum" im alten und neuen Glanz wiedererstrahlen zu lassen. Die aufwendigen Restaurierungsarbeiten begannen mit der Sicherung des Dachstuhles und einer Neueindeckung. Sie setzten sich fort mit der Außensanierung und endeten mit der vollständigen Restaurierung des Kirchenraumes. Die Befunduntersuchung des von der Kirchenverwaltung beauftragten Architekten Ernst Bräutigam deckte besorgniserregende Schäden auf. Als grundlegende Maßnahmen empfahl der Fachmann die Beseitigung des Holzwurmes, eine gründliche Renovierung der Raumschale, die kunstvolle Wiederherstellung der Deckengemälde und Reinigungsschritte zur Säuberung der wertvollen Inneneinrichtung, der Skulpturen, Altäre und Beichtstühle.

Nach dem Abbau der letzten Gerüstteile ist in der Bergkirche nun der Blick auf den prachtvollen Kirchenraum frei. Die Altäre glitzern im Licht der Scheinwerfer und Deckenleuchten. Das wertvolle Gnadenbild "Maria Hilf", Herzstück des Hochaltars, das sich am Marienbildnis von Lucas Cranach in der St. Jakobskirche in Innsbruck orientiert, lädt wieder ein zu innigen Fürbitten an die Gottesmutter. Schon vor mehr als 200 Jahren formulierten die Gläubigen den Hilferuf: "Mit deiner Hilf' sieh uns an, Hunger, Krieg, pest wend' hintan, vom Feind beschütze uns fortan, in Todesnot nimm dich unser an."

Kaum wiederzuerkennen

Über dem Kirchenraum "thront" das große Deckenfresko der "Aufnahme Mariens in den Himmel". Den Altarraum schmückt das Fresko "Maria Königin". Kirchenmaler Jakob Brüggemann hat ganze Arbeit geleistet. Die im Jahr 1958 entstandenen Bilder des Münchener Künstlers Josef Wittmann sind nach der aufwendigen Restaurierung kaum wieder zu erkennen und bilden zur Rokoko-Farbgebung der Wände und der Decken im leichten Rosa einen gediegenen Kontrast.

Auch dem Stadtpfarrer gefällt's. "So schön war der Kirchenraum noch nie", findet Dekan Thomas Jeschner. Auch die im Jahr 1920 von der Stadt gestifteten Kirchenfenster mit Glasmalereien zur Darstellung der heiligen Dreifaltigkeit und Maria Königin leuchten nach gründlicher Reinigung im milden Schein der Frühlingssonne in den Kirchenraum hinein. Im unteren Teil verewigt sind die Namen der Gefallenen des Ersten Weltkrieges aus der Stadt Eschenbach.

Rund 700 000 Euro Kosten

Gewaltig war der finanzielle Kraftakt. Stadtpfarrer und Kirchenverwaltung rechnen bis zum Vorliegen der letzten Rechnung mit einem Investitionsvolumen in Höhe von zirka 700 000 Euro. Der Dank der Kirchenstiftung gilt deshalb allen Geldgebern. An erster Stelle nennen Thomas Jeschner und Kirchenpfleger Dieter Kies die vielen Opfergaben der Gläubigen. Zu den Geldgebern gehörten Diözese, Stadt, Freistaat, Bezirk Oberpfalz und der Landkreis Neustadt/WN. Auch viele örtliche Vereine, Institutionen und die Geldinstitute unterstützten die "Wiedergeburt" eines sakralen Kleinods.

Der Heimatverein dokumentierte im Jahr 2013 mit der vielbeachteten Ausstellung "O Maria hilf" die innige Beziehung vieler Eschenbacher zu ihrem "stillen Zufluchtsort". Die Wiedereröffnung am 1. Mai wird zum Feiertag für alle Eschenbacher. Am Hochfest der Schutzfrau Bayerns wird Diözesanbischof Rudolf Voderholzer das Kleinod sakraler Baukunst in einem Festgottesdienst segnen. (Hintergrund)
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