Solidarität nicht nur untertage

Als der Bergbau an der Ruhr oder in der Oberpfalz boomte, lockte er auch viele Arbeiter von weit her an. Untertage spielte die Herkunft keine Rolle, galten Werte wie Kameradschaft und Solidarität: durchaus ein Beispiel für heute.

Zur traditionellen Barbarafeier in der St.-Michaelskirche brachten fast alle Königsteiner Vereine ihre Fahnen mit. Dazu gesellten sich die Patenvereine aus Pegnitz, Auerbach und Sulzbach-Rosenberg. Ein gerngesehener Gast war auch der frühere Bergwerksdirektor Eugen Kirschhock (95).

Armin Kraus vom Landesverband der Berg- und Hüttenmännischen Vereine sprach im Saal des Gasthofs Zur Post über die Entwicklung des Bergbaus in Deutschland. Er habe viele Arbeiter aus ärmeren Gegenden angelockt, die heute wohl das böse Wort Wirtschaftsflüchtlinge zu hören bekämen. Damals hätten sich die vielen Nationen aber gut verstanden "Warum sollte das heute mit den vielen Flüchtlingen aus Syrien und anderen Ländern nicht auch möglich sein?", fragte Kraus. Stellvertretendem Landrat Martin Weiß lag die Flüchtlingsfrage besonders am Herzen. Der Bergbau habe früher bewiesen, dass es nicht nur Traditionen, sondern auch Zusammenhalt gibt. Bürgermeister Winfried Franz, Sohn einer Bergmannsfamilie aus dem Saarland, erinnerte an wichtige Werte wie Solidarität und Kameradschaft. Diese hätten die Bergmänner auch in den Alltag übertragen. "Leider ist es mit dem Bergbau so gut wie vorbei", bedauerte Franz.

Königsteins Bürgermeister Hans Koch las in seinem Grußwort das von ihm selbst verfasste Gedicht "Unsere Grube" vor und erinnerte an das 90-jährige Jubiläum des Bergknappenvereins im kommenden Jahr.

Vorsitzender Manfred Stollner nahm zusammen mit seinen Kindern Sandra und Johann die Ehrungen vor. Hans Orth wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Er hat fünf Jahre lang als Vorsitzender den Verein geführt. Für 40 Jahre Treue wurden Erwin Blendinger und Walter Brunner geehrt. Letzterer ist seit vielen Jahren Kassier. Beide erhielten die Vereinsnadel in Gold. Die Ehrung für Dr. Hanns Badenberg (40 Jahre) wird nachgereicht. Mit dem Bergmannslied "Glück-auf" endete die Feier.
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