Sonnenbrand als Souvenir

In Weiher weiß man Feste zu feiern - ganz egal, ob man, wie 2011, den Baum bei fröstelnden achteinhalb Grad austanzt oder, wie heuer, bei tropischen Temperaturen. Drei Tage lang stand das Dorf ganz im Zeichen seiner Kirwa.

Unter der Regie der Kirwaleit und der Feuerwehr wurde das Fest zu einem großen Erfolg. Der idyllisch gelegene Sportplatz samt Festhalle, Blockhütte und schatten spendenden Bäumen erwies sich wieder als ideales Festgelände.

Das Wetter meinte es dieses Mal fast zu gut mit den Weiherern. Von Samstag bis Montag strahlte die Sonne vom weiß-blauen Himmel. Heimatpfleger und Höidlbrummer-Chef Dieter Kohl stellte jedenfalls fest, dass er noch nie ein Baumaustanzen erlebt hat, bei dem so viel Wasser getrunken wurde. Bevor mit dem Feiern begonnen werden konnte, mussten die Burschen am frühen Samstagmorgen Schwerstarbeit leisten. Erstmals nach 40 Jahren fällten sie den 28 Meter hohen Baum im Kirchenwald per Hand mit einer Zugsäge. Auch das Aufstellen des von den Moidln geschmückten Wahrzeichens wurde zu einer schweißtreibenden Angelegenheit. Am Abend ging es mit der Band Tschucki Tschucki stimmungsmäßig zur Sache.

Messe ist Ehrensache

Die Weiherer sind sich bewusst, dass die Kirwa ursprünglich ein religiöses Brauchtumsfest ist. Das zeigte sich am Sonntag. Er begann mit einem ausgezeichnet besuchten Gottesdienst, den Stadtpfarrer Hans-Peter Bergmann in der Dorfkirche Mariä Opferung zelebrierte. Trotz durchtanzter und durchzechter Nacht war es für die 14 Paare Ehrensache, die Messe mitzufeiern.

Zum Mittagessen bot der Hanauer Sepp auf dem Festplatz eine Speisenkarte vom Feinsten. Sie reichte von der Currywurst über Schnitzel bis zum Schweinebraten. Kurz nach 15 Uhr marschierten die Paare, angeführt von den Höidlbrummern, auf dem Sportplatz zum Baumaustanzen ein. Wochenlang hatten die Boum und Moidln unter der Regie von Dieter Kohl fleißig dafür geübt - dies mit Erfolg. Es gab reichlich Beifall für die Sternpolka, die Kreuzpolka, den Zwiefachn Owa d'Ochsn, die Kutsche und den Boarischen.

Mit Spannung erwarteter Abschluss der Tänze war der Kirwawalzer. Er endete mit der Krönung von Manuela Wendl und Michael Glaser zum neuen Oberkirwapaar. So mancher Bursch und manches Moidl nahmen vom Austanzen als Souvenir einen Sonnenbrand mit nach Hause. Ab dem Spätnachmittag sorgte Alleinunterhalter Michael Demleitner bis in die Abendstunden für Stimmungsmusik.

Am Kirwamontag fanden sich viele Firmen- und Behördenvertreter zum Mittagessen ein. Richtig rund ging es im Dorf beim Treiben des Kirwabärs, der mit Kücheln und Bier besänftigt wurde. Traditionell endete das Bärentreiben mit einem Bad im Dorfweiher, wo die schwarze Farbe wieder abgewaschen wurde.

Musiker auf den Tischen

Abends war es an den Allerscheynsten, die Stimmung nochmals richtig anzuheizen - ein Vorhaben, das ihnen bestens gelang, spätestens dann, als sie zum Spielen direkt auf die Tische kletterten. Letzter Höhepunkt war die Verlosung des von der Kirchenverwaltung gestifteten Baums, der an Roswitha Meiller aus Weiher ging, und von zehn Sachpreisen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Weiher (94)Juli 2015 (8666)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.