Sorgen hören, Stellung beziehen

Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder gratulierte zur Führungsmannschaft: im Bild vordere Reihe (von links) Resi Wagner, Georg Pfannenstein, MdB Marianne Schieder, Helmut Butz, Hans Müller, hintere Reihe Franz Heininger, Helmut Bruhnke, Klaus Gerber, Norbert Auer, Sven Ost, Kurt F. Stangl, Norbert Süß und Günther Strehl. Bild: gee

Die SPD muss sich der Sorgen und Anliegen der Bürger annehmen, darf sich dabei aber nicht "wie die Fahne im Wind drehen". Ortsvorsitzender Norbert Auer appellierte daran, Überzeugungarbeit für die sozialdemokratischen Grundwerte und Ideen zu leisten und neue Mitglieder zu gewinnen.

Pfreimd. (gee) In großer Geschlossenheit - es gab insgesamt nur eine einzige Gegenstimme - wurden die Vorstandsmitglieder des SPD-Ortsvereins in ihre Ämter gewählt. Nicht mehr zur Wiederwahl stellten sich Monika Strehl, Cornelia Achauer und Thomas Grebe. Dafür sind Sven Ost, Christian Paulus und Helmut Bruhnke neu im Gremium.

Nachwuchs gewinnen

Vorsitzender Norbert Auer erinnerte in seiner Rückschau an den Preisschafkopf, die Beteiligung am Bürgerfest und das SPD-Maifest. Viel Arbeit und Zeit erforderten im Berichtszeitraum der Wahlmarathon mit Landtags- und Bezirkstags-, Bundestags-, Kommunal- und Europawahl. Bei der Stadtratswahl konnte trotz eines Stimmenzuwachses von drei Prozent kein fünfter Sitz hinzugewonnen werden. Mit dem neuntbesten Ergebnis gelang es Auer elf Plätze auf der Kreistagsliste vorzurücken und somit die Nachfolge von Georg Pfannenstein als Kreisrat anzutreten. Angesichts der Altersstruktur im Ortsverein mit derzeit 52 Mitgliedern nannte es der Vorsitzende als vordringliche Aufgabe, junge Leute zu gewinnen, die den Ortsverein, der in vier Jahren sein 100-jähriges Gründungsfest feiert, weiterführen.

Fraktionssprecher Günther Strehl sprach in seinem Bericht über die Stadtratsarbeit von einer insgesamt guten Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen und lobte die offene Informationspolitik seitens des Bürgermeisters. Die neue Geschäftsordnung, an der Stadtratskollege Hans Müller entscheidend mitgewirkt habe, gebe dem Bürgermeister und den Ausschüssen mehr Kompetenzen. Nach Ablehnung der Paintballanlage durch den kürzlich zustande gekommenen Grundsatzbeschluss habe sich die von der SPD-Fraktion favorisierte Verfahrensweise - nämlich das ursprüngliche und mehrheitlich beschlossene Genehmigungsverfahren fortzuführen, um dann erst am Ende über das Projekt abzustimmen - erübrigt.

Bei den anstehenden Aufgaben hob Strehl die Fortführung der Trinkwassererschließung in der Bodenwöhrer Senke und die Sanierung des teilweise sehr maroden Wasser- und Kanalnetzes hervor. Für Investitionen seien im Haushaltsplan drei Millionen eingeplant. Erfreut zeigte sich Strehl darüber, dass es gelungen sei, Grundflächen für ein neues Baugebiet zu erwerben. Sorgen bereite hingegen die Leerstände in der Altstadt.

Kreisvorsitzende Evi Thanheiser blickte nochmals auf die bittere Niederlage bei der Landratswahl zurück, bei der es Marianne Schieder trotz Stimmenzuwächse im Landkreisnorden nicht gelang, den Heimvorteil des Gegenkandidaten aus dem Städtedreieck auszugleichen. Nach 42 Jahren befinde sich die SPD erstmals in der Opposition. Der neue Landrat Thomas Ebeling setze laut Thanheiser bislang nur die erfolgreiche Politik der SPD fort. Große neue Akzente könne sie bis jetzt nicht feststellen. Bei der Festsetzung der Kreisumlage wäre nach Ansicht der SPD eine größere Absenkung möglich gewesen. Dadurch hätten die Gemeinden vier Millionen weniger an den Landkreis abführen müssen.

Verlässliche Größe

"Auf die Pfreimder SPD ist Verlass:" MdB Marianne Schieder würdigte die Unterstützung bei den zurückliegenden Wahlen. Mit Einführung des Mindestlohns, Rente mit 63 und der Frauenquote in der Wirtschaft habe die SPD wichtige Wahlversprechen umgesetzt. Falls die CSU weiterhin die von ihr mitbeschlossene Errichtung einer neuen Stromtrasse verzögere, werde dies sicherlich eine Strompreiserhöhung für Bayern zur Folge haben. Bei der Diskussion um das Freihandelsabkommen TIPP werde viel Unwahres unter die Leute gebracht. Hier gelte es, die berechtigten Interessen der Wirtschaft zu berücksichtigen, ohne Umwelt- und Sozialstandards aufzugeben.
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