Sorgenfalten beim Neujahrsempfang der Pfarrei Michelfeld
Zu wenig Personal

Seit September hat die Pfarrei Michelfeld keinen Seelsorger mehr, der vor Ort wohnt. Und es gibt auch weniger Gottesdienste als zuvor, da Pater Dominik Sobolewski und Pater Frank Schwegler, die jetzt für Michelfeld zuständig sind, insgesamt vier Pfarreien versorgen müssen und nicht mehr als zwei Messen parallel möglich sind.

"Schmerzlicher Verlust"

Pfarrgemeinderatsvorsitzender Johannes Lindner gab am Donnerstag beim Neujahrsempfang der Pfarrei im Pfarrhaus zu, dass einige dies als "schmerzlichen Verlust" ansähen, "der erst überwunden werden will". Andere nähmen die neue Situation als "Impuls hin zu Aufbruch und Erneuerung". Sie seien bereit, "lieb Gewonnenes um der Gemeinschaft willen loszulassen, sich auf Neues einzulassen und es mitzugestalten". Dazu sei auch ein Dialog über die pastorale Ausrichtung im gesamten Seelsorgebereich notwendig. Der sei bisher aber noch nicht zustande gekommen. In Michelfeld, so Lindner, nehme man die Fragen ernst, wie man kirchliches Leben mit Inhalt füllen wolle, wie man mit dem demografischen Wandel umgehe, mit Flüchtlingen, der Armut, dem Miteinander der Generationen oder der abnehmenden Bereitschaft, sich längerfristig zu engagieren. "Wir sind davon überzeugt, dass wir gute Voraussetzungen haben, um im offenen Gespräch gute Ansätze für die Entwicklung unserer Pfarrgemeinde zu finden, um dann gemeinsam die wichtigen Schritte auf diesem sicherlich nicht leichten Weg zu gehen."

Pater Schwegler ergänzte, die schwierige Situation mit zu wenig pastoralem Personal, die sich so schnell auch nicht ändern werde, zeige, dass die Pfarrgemeinden nicht im Alleingang Lösungen finden, sondern nur gemeinsam. Für das neue Jahr empfahl er den Zuhörern, es so zu halten wie Maria im Evangelium: Einfach annehmen, was die Zeit bringt, auch wenn es überraschend sei, und das Beste daraus machen.
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