Sozialpädagogin Andrea Kick erklärt bei Vortrag in Groschlattengrün, wie wichtig Bewegung für ...
Anreize schaffen, nicht ständig kritisieren

"Bewegungsspiele mit Alltagsmaterialien" - so lautete der Titel eines Vortrags des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Tirschenreuth. Im evangelischen Gemeindehaus in Groschlattengrün referierte Diplom-Sozialpädagogin für Musik und Bewegungserziehung Andrea Kick aus Kemnath. Eingeladen dazu hatte Katja Malzer, Sprecherin der Krabbelgruppe "Flohkiste" aus Groschlattengrün - und ein Großteil der jungen Mütter hatte sich dazu eingefunden.

Elementare Bedürfnisse

In einem praktischen und theoretischen Teil zeigte die Referentin Möglichkeiten auf, Kinder auch in der häuslichen Umgebung vielfältige Bewegungserfahrungen sammeln zu lassen und ihre elementare Bewegungsbedürfnisse zu erfüllen. "Kinder bewegen sich von Natur aus gerne. Dafür sollte man ihnen Raum geben. Bewegung unterstützt die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes", erklärte Andrea Kick. Zu empfehlen seien etwa Ecken zum Toben aus Matratzen und Kissen.

Eltern sollten es nicht zu kritisch sehen, wenn ihre Kinder "koan Hockadn" hätten, so Kick. Kinder dürften nicht vorschnell als hyperaktiv vorverurteilt werden. Bewegung sei sowohl drinnen als auch draußen an der frischen Luft wichtig. Dazu sollte man Anreize schaffen. Als Beispiele nannte die Referentin Pappkartons, Luftballons, Kissen, Tücher, Decken, Stühle und Schüsseln. "Spielzeug in Massen ist nicht nötig."

Wasser, Eis und Schnee

Bei allen Wegen sollte man technische Hilfsmittel, wie Autos, Rolltreppen und Aufzüge vermeiden und stattdessen auf Fahrrad, Bobbycar, Roller oder Laufrad setzen und zusätzlich Spiele einbauen. Zudem sollte man die Möglichkeiten der jeweiligen Jahreszeit nutzen: Im Sommer das Wasser, im Winter den Schnee oder das Eis, im Herbst den Blätterwald. "Motivieren sie ihre Kinder!", rief die Referentin den anwesenden Müttern zu. "Seien Sie ein Vorbild, damit die Bewegung zu einem Familienerlebnis wird."

Lieber mal wegschauen

Ständige Kritik, Verbesserungsvorschläge, Perfektionsbestrebungen und Ermahnungen seien für Kinder demotivierend. "Stattdessen lieber das Erreichte und die Stärken der Kinder loben", so Kick. Bei Kletteraktionen sollte man lieber einmal wegschauen, denn Ängste der Eltern übertrügen sich aufs Kind. Die Referentin stellte auch die Frage in den Raum, warum Bewegung schon für Kleinkinder wichtig sei. "Regelmäßige Bewegung trägt maßstäblich zur Entwicklung des Knochen-, Muskel- und Nervensystems bei und fördert die Grundfähigkeiten in den Bereichen Kondition, Koordination, Feinmotorik, Kraft, Schnelligkeit, Reaktion, Raumorientierung und Beweglichkeit und steigert das Selbstwertgefühl." Die Referentin gab abschließend noch einige Hinweise, wie sich Spielideen im Alltag umsetzen ließen, die nicht mit größeren Unkosten verbunden sind.
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